Semantische Analyse von Videos

Filmrolle

Ein Thema, das mich interessiert, von dem ich aber technisch absolut keine Ahnung habe, ist der ganze Bereich der Anlyse und Katalogisierung von Multimedia-Dateien online. So hat zum Beispiel das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken ein Verfahren entwickelt, um Musikdateien im Netz aufzuspüren und miteinander zu vergleichen. Ein Verbund europäischer Forschungseinrichtungen hat mit DIVAS eine Multimedia-Suchmaschine entwickelt, die in Fingerprints neben den Metadaten auch Angaben über Tempo, Genre oder den Anteil rhythmischer Instrumente speichert. Daneben gibt es bereits erste Verfahren zur automatischen Genre-Erkennung von Musikstücken und eine Anwendung, die verspricht, Playlisten automatisch nach dem eigenen Musikgeschmack zusammenzustellen. Jüngst hat nun das Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT) eine Technologie zur automatischen Klassifikation von Videomaterial in semantische Kategorien vorgestellt.

Die Software analysiert Videos bezüglich bestimmter Eigenschaften wie Genre oder Stimmung. So findet der Fernsehzuschauer auch in einem grossen Filmangebot gezielt Videos der Kategorie Thriller. Für Mediatheken und Video-on-Demand-Portale eignet sich die Technologie als Empfehlungssystem für Filme. Auch Sendeanstalten optimieren so ihre Arbeitsabläufe – klassifiziertes Videomaterial lässt sich besser archivieren und schneller finden. Das Besondere an diesem Analyse- und Empfehlungssystem ist, dass es voll automatisch arbeitet. Statt manuellem Verschlagworten wird durch die semantische Analyse eine automatische Beschreibung von Genre und Stimmung möglich. Neue Suchfunktionalitäten ermöglichen jetzt, sich beispielsweise sein personalisiertes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen zu lassen.

Warum dieser Aufwand?

Bei der Suche nach Informationen im Netz gestaltet sich nicht so einfach, wie sich das auf den ersten Blick zeigt. Ein Grossteil der im Internet veröffentlichten Daten gar nicht indiziert und damit mit Suchmaschinen nicht auffindbar. Besonders nicht-textbasierte Informationen wie Video- oder Audiodateien werden wenn, dann überhaupt nur mittels den ihnen hinzugefügten Metadaten indiziert und somit gefunden. Wenn nun also eine Technologie besteht, die das Erstellen der Metadaten nach semantischen Regeln automatisiert, dann eröffnet das neue Möglichkeiten, die sowohl kommerziell (cf. oben) wie auch im Bereich der öffentlich zugänglichen Archive genutzt werden können.

Quelle: idmt

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| Artikel drucken Drucken | 18.10.2010 18:51

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