Strategiewechsel bei AOL

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Wer kennt noch AOL? AOL war in der Anfangszeit des Internets lange Zeit eine Grossmacht. Am Höhepunkt der Interneteuphorie im Jahr 2000 fusionierte das Unternehmen sogar mit dem Film- und Medienkonzern Time Warner. AOL konnte seine Position am Markt jedoch nicht halten und Time Warner will AOL derzeit wieder los werden. Weil das Kerngeschäft mit Internet-Zugängen (Internet Service Provider ISP) rückläufig war, fokussierte AOL sich zuletzt zunehmend auf Online-Anzeigen nach dem Vorbild Googles. Doch das Ergebnis blieb enttäuschend: Der Umsatz im Werbebereich konnte gerade einmal um ein Prozent gesteigert werden. Eine erster Hoffnungsträger ist das englischsprachige soziale Netzwerk Bebo, das im März für 850 Mio. Dollar übernommen worden ist. Mit einem Strategiewechsel weg vom einheitlichen Portal hin zu Special Interest-Seiten will man nun AOL offenbar für den Verkauf fit machen.

AOL hat seine Online-Geschäftsstrategie grundlegend umgekrempelt. Der bisherige Plan, alle Dienste des Anbieters auf einem einheitlichen Portal zu bündeln, wurde aufgegeben. Nun sollen stattdessen gleich mehrere jeweils auf ein bestimmtes Thema spezialisierte, kleinere Internetpräsenzen aufgebaut werden. Um die sinkenden Umsätze im Online-Zugangsgeschäft ausgleichen zu können, will AOL künftig durch spezialisierte Webseiten verstärkt Nischen-Zielgruppen ansprechen. Diese sollen als «Passion Points» für bestimmte Themen dienen und durch ihren besonderen inhaltlichen Schwerpunkt mehr User anziehen.

Fragmentierung der Zielgruppen

Mittlerweile ist es eine Binsenwahrheit, dass sich der Markt immer mehr fragmentiert. Der aktuelle Strategiewechsel kann also auch als Reaktion auf diese veränderten Marktbedingungen gesehen werden. Damit trägt AOL auch der Tatsache Rechnung, dass die User immer weniger Zeit auf grossen Portalen verbringen, sondern sich lieber auf kleineren und vor allem spezialisierten Seiten aufhalten.

Musik, Mode und Moneten

In den vergangenen Monaten hat AOL bereits eine Vielzahl solcher kleineren Plattformen im Internet gestartet. Mit dabei sind neben eher breiter angelegten Musik- und Sportportalen auch sehr spezielle Angebote wie die auf Independent-Musik spezialisierte Seite «Spinner» oder die Modeseite «StyleList». Jüngste Beispiele der zukünftigen Geschäftsstrategie sind die kürzlich gestartete Info-Seite für Eltern «ParentDish», «The Boot» für Country- und «The Boom Box» für Hip Hop- und R&B-Musik. Bis zum Jahresende sollen laut AOL noch rund zwei Dutzend neuer Webpräsenzen hinzukommen, darunter auch eine Videospiel-Downloadseite. Die Single Brand-Strategie hat damit bei AOL definitiv ausgedient.

Quellen: pte, aol

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| Artikel drucken Drucken | 26.05.2008 10:06

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