TV: gross und dumm

Bald keine Streuverluste mehr auf der Mattscheibe? (stock.xchng)
Der US-amerikanische Kabel-TV-Anbieter Cablevision Systems startete das bislang grösste Testprojekt für die Werbeform des so genannten Targeted Advertising im Fernsehbereich. Der ursprünglich aus dem Internet stammende Ansatz, der das Ansprechen bestimmter Nutzergruppen aufgrund der Analyse ihres Online-Verhaltens bezeichnet, soll bis zum kommenden Sommer in 500'000 Haushalten in New York und New Jersey auf sein Potenzial hin untersucht werden. Datenschützer sind skeptisch und kritisieren eine mangelnde Information der Kunden.
Als Grundlage für die massgeschneiderte Werbung sollen dabei Kundendaten von Experian dienen, einem Informationsdienstleister, der neben demografischen Daten auch Kreditauskünfte anbietet. Die Daten sollen unter anderem Aufschluss über Einkommen, Geschlecht, ethnischen Hintergrund, Familienstand oder Haustiere der betreffenden Person geben.
Effizientere Werbung mit Nebenwirkungen
Targeted Advertising ist für die Werbebranche zunehmend von Interesse. Mit solchen Verfahren können die Werbetreibenden den teuren Streuverlust minimieren. Seth Haberman, CEO der federführenden Agentur visible world, bringt es auf den Punkt: «Television was always big and dumb. Now, hopefully, we can be big and slightly smarter.» Die datenschutzrechtliche Problematik dieser Werbemethode besteht in der Frage, welche Daten gesammelt werden.
Stein des Anstosses für US-Datenschützer ist vor allem die nachlässige Informationspolitik von Cablevision. Die im Rahmen des Testprojekts mit individuell angepasster Werbung versorgten Kunden würden vom Kabel-TV-Betreiber lediglich sehr unzulänglich darüber informiert, was da eigentlich mit ihnen passiere, so der Grundtenor der Kritik. Das Unternehmen verschicke keine entsprechende Nachricht an die betroffenen Kunden, die diese über die neue Werbetechnik aufkläre. Gegenüber der NYT äusserte sich ein Vertreter des Center for Digital Democracy dahingehend, dass es für den Konsumenten eigentlich klar und deutlich ersichtlich sein müsse, welche Daten gesammelt würden.
Quellen: nyt, pte
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Drucken | 12.03.2009 15:39
LD on 16.03.2009 09:26
Für mich ein klarer Grund, auf IP-TV und Digital-TV allgemein zu verzichten. Was da im Glotzkasten geboten wird, kann nicht so wichtig sein, dass ich dafür meine Privatsphäre aufgebe, nur damit mich ein paar fantasielose Werbeheinis gezielter mit Spam zumüllen können.
gis on 17.03.2009 11:56
Ich schaue sowieso seit geraumer Zeit Fernsehen fast nur noch asynchron. Das reduziert die noise2signal ratio gehörig.


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