Digitale Aussenwerbung wächst

Digital Signage im Tokioter Bezirk Shibuya (stock.xchng)
Digitale Aussenwerbung kennt man hierzulande hauptsächlich aus Film und Fernsehen: die Hochhäuser in amerikanischen und japanischen Grossstädten sind voll davon. Diese Werbeform macht sich jedoch mittlerweile rasant auch in europäischen Metropolen breit. Der Markt für dieses so genannte Digital Signage legt trotz der spürbaren Werbeflaute ein rasantes Wachstum hin. Zu diesem Schluss jedenfalls gelangt die Studie «Digital Signage in Europe – The opportunities for digital out-of-home advertising» von Goldmedia und Screen Digest: Der Anteil digitaler Aussenwerbung am gesamten Out-of-Home-Werbemarkt betrage derzeit zwar erst vier Prozent. Bis 2012 werde dieser Wert jedoch auf zehn Prozent klettern.
Klassische Werbemedien wie das Plakat werden dabei zunehmend von leuchtenden, blinkenden und reflektierenden Sujets verdrängt. LED-Screens, Videoboards und audiovisuelle Werbeträger gewinnen hingegen an Bedeutung und erobern den öffentlichen Raum. Während Grossbritannien europaweit den Spitzenplatz beim Einsatz und der Entwicklung von Digital-Signage-Projekten einnimmt, ziehen Städte wie Berlin, Paris oder Wien bereits mit steigendem Tempo nach. Die Erfahrungen aus Grossbritannien zeigten, dass die Akzeptanz der Verbraucher gegenüber digitaler Aussenwerbung hoch sei. Sie werde sogar gegenüber den klassischen Plakaten als innovativer und attraktiver empfunden, so die Studienmacher. Plakatwände werden etwa an Bahnhöfen, Flughäfen, in U-Bahnen oder am Point of Sale in Einkaufszentren immer häufiger von Bildschirmen und Videowalls ersetzt.
Starkes Wachstum bis 2012
Der Nettowerbeumsatz mit digitaler Aussenwerbung wird sich Goldmedia und Screen Digest zufolge in den kommenden drei Jahren von derzeit rund 220 Mio. Euro auf über 630 Mio. Euro beinahe verdreifachen. Damit wachse der Markt für diese Werbeform in Westeuropa jährlich um durchschnittlich 29 Prozent (CAGR).
Die Einsatzbereiche für werbefinanzierte Digital Signage-Netzwerke sind vielfältig. Betrachtet nach Anzahl der installierten Netzwerke werden in Westeuropa derzeit rund ein Drittel (32 Prozent) und damit die meisten digitalen Bildschirme am Point of Sale eingesetzt. Der zweitwichtigste Bereich ist mit 26 Prozent der Verkehrssektor. Der Freizeitbereich macht 15 Prozent aus, das Gastgewerbe sieben Prozent. Nur etwa vier Prozent der Netzwerke sind im Außssenbereich installiert. Aufgrund ihrer enorm hohen Reichweite ist deren Anteil am Werbeumsatz allerdings besonders hoch (vgl. Grafik).
Quelle: goldmedia, pte
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Drucken | 02.02.2009 12:28
LD on 02.02.2009 14:32
Dass der Markt für digitale Aussenwerbung vorläufig noch rasant wächst, ist eigentlich keine Überraschung. Die neue, höchstflexible Werbeform hat durchaus Potential. Aus der Tatsache, dass die Bewegtbild-Werbung Aufmerksamkeit erregt, jedoch gleich auf eine hohe Akzeptanz zu schliessen, erachte ich jedoch als sehr gewagt und auf jeden Fall noch verfrüht. Das sind Vorschusslorbeeren, die einer fundierten Analyse nicht standhalten. Die Attraktivität wird durch den Gewöhnungseffekt wieder abnehmen. Viele Werber verwechseln immer wieder Akzeptanz und Attraktivität. Attraktiv ist alles, was uns zum stehenbleiben animiert und glotzen lässt. Verkehrsunfälle sind auch attraktiv, aber von Akzeptanz kann dabei wohl nicht wirklich die Rede sein.
An mir selber kann ich Folgendes feststellen: In öffentlichen Verkehrsmitteln und an fast allen öffentlichen, hochfrequentierten Plätzen blinkt es nur noch penetrant und auch über immer mehr Pissoirs hängt in den Restaurants ein kleiner Flachbildschirm, der meine Hirnwindungen zu beeinflussen versucht. Ich fühle mich dadurch immer mehr belästigt, denn ich kann bald nirgends mehr hinblicken, ohne mit Werbebotschaften zugespamt zu werden. Obwohl ich ein überdurchschnittliches Interesse für Werbung habe, entwickle ich zunehmend einen Abwehrreflex und blende automatisch diese störenden Flecken unbewusst aus meinem Sichtfeld aus. Zum Selbstschutzmechanismus von Grossstädtern gehört es, den Verkehrslärm auszublenden. Dem Werbelärm ergeht es ebenso.
Mich erstaunt jedoch, dass die Investitions- und Betriebskosten in allen mir bekannten Studien konsequent ausgeblendet werden - von der Umweltverschmutzung ganz zu schweigen. Ich bin gespannt, wie lange es geht, bis Umweltschützer zum Fledzug gegen die digitale Aussenwerbung blasen.
Susanne on 21.08.2009 16:01
Das was mein Vorposter sehr gut beschrieben hat, trifft auch auf mich zu. Ansich ist diese Art von Werbung schon ganz nett. Nur wenn man irgendwann wirklich überall nur zugespammt wird, wird es sicherlich auch nervig. Aber so ist halt die Entwickelung. Da muss man sich wohl oder übel mal belästigen lassen.
Gruß
Susanne






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