Der Bürgerjournalist ist m (42)

Ein paar Studenten der Universität Bern, die (wie ich früher) Medien- und Kommunikationswissenschaften bei Professor Blum studieren, schreiben für ein Seminar eine Studie über die Motivation und Soziodemografie der Bürgerjournalisten bei der «Readers Edition». Erste Resultate haben sie ebenda veröffentlicht. Überrascht hat mich dabei folgendes:

«Zur Soziodemografie lässt sich sagen, dass deutlich mehr Männer (75%) als Frauen (25%) bei der Readers Edition als Autoren tätig sind. Das Durchschnittsalter liegt bei 42 Jahren. Etwa ein Drittel verfügt über einen Hochschulabschluss, ein Viertel über einen Fachhochschulabschluss und ein weiterer Viertel über eine Matura/Abitur.»

Männlich war ja klar. Höhere Bildung ebenso - aber 42 Jahre alt? Tut sich da bereits wieder ein Gap auf zur Internet-Generation? Jedenfalls widerspiegelt sich das auch in den anderen Resultaten:

«Im Unterbereich "Themen" hat sich herausgestellt, dass - entgegen bereits durchgeführten Untersuchungen bei anderen Bürgerjournalismus-Projekten - die Autorinnen und Autoren der Readers Edition in erster Linie über politische Themen berichten (52% gaben an, regelmäßig über Politik zu schreiben).»

Wenn das also nur auf die Autoren der «Readers Edition» zutrifft, dann wäre diese also so etwas wie der «Spiegel Online» der Bürgerjournalisten - also Mainstream für den gehobenen Mittelstand. Also keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung. Dies würde sich übrigens auch mit meinem Bild der «Readers Edition» decken.

Aber immerhin: «Damit ist das Rollenbild des neutralen Vermittlers zusammen mit jenem des so genannten Pfadfinders, der Themen aufgreift, welche in anderen Medien zu kurz kommen, das zentrale Anliegen der befragten Bürgerjournalisten der Readers Edition.»

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