Medien und Kunst in Bern
Derzeit beziehungsweise demnächst finden in Bern drei auch für Geeks wie mich (oder so) interessante (medien-)kulturelle Veranstaltungen statt. Das Museum für Kommunikation, welches in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert, zeigt die neue Daueraustellung «As Time Goes Byte: Computer und digitale Kultur». Über diese Ausstellung habe ich bereits hier kurz berichtet. Aber auch das Kornhausforum - Forum für Medien und Gestaltung sowie das Zentrum Paul Klee befassen sich aktuell mit zwei Aspekten medialer Kunst.
Kornhausforum: «pong.mythos»

Das Kornhausforum zeigt vom 17. August bis 16. September die Ausstellung «pong.mythos» des Computerspielemuseums Berlin. Vor allem bei den älteren unter meinen Leserinnen und Lesern dürfte der Name Pong einige Erinnerungen wecken. Atari sel. veröffentlichte 1972 mit Pong das weltweit erste populäre Videospiel. Das Spielprinzip ist simpel und ähnelt dem des Tischtennis: Ein Punkt (Ball) bewegt sich auf dem Bildschirm hin und her. Jeder der beiden Spieler steuert einen senkrechten Strich (Schläger), den er mit einem Drehknopf (Paddle) nach oben und unten verschieben kann. Lässt man den Ball am Schläger vorbei, erhält der Gegner einen Punkt. Das Spiel erschien zuerst als Automat, 1975 auch als Heimversion - die erste Spielekonsole war da. Den Jüngeren - also der Generation C-64+ sozusagen - ist vieleicht der Pong-Clone Breakout eher ein Begriff.
Auf der offiziellen Seite zur Ausstellung kann man folgendes lesen:
«Der Mythos um Pong hat sich mittlerweile von seinem historischen Ursprung in den Spielhallen emanzipiert und ist in einem größeren Kontext wirkungsmächtig geworden. Die Ausstellung möchte sich auf die Spuren dieses Mythos begeben, die sich nicht nur in der Industrie selbst und im Bereich der Kunst sondern auch in der Wissenschaft finden lassen.
Leitmotiv von pong.mythos ist das Thema Übergang. Dies gilt einerseits im Hinblick auf die Verzahnungen und interdisziplinären Verbindungen der drei Bereiche Kunst, Computerspiele und Wissenschaft. Viele der gezeigten Werke sind auf der Grenze von kreativem Schaffen, Spieltrieb und genialem Ingenieurtum angesiedelt.
pong.mythos spürt aber auch ebenso dem Übergang einer analogen zu einer digitalen Gesellschaft nach (und in manchen Beispielen sogar wieder zurück).»
Zentrum Paul Klee: Sommerakademie 2007

Die diesjährige Sommerakademie des Zentrum Paul Klee steht unter dem Motto «Spektakel und Situation - Ist künstlerische Spontaneität medial inszenierbar?». Neben der Ausstellung vom 15. August bis 04. September finden im Zentrum und anderen Lokalitäten in der Stadt Bern mehrere Veranstaltungen wie Vorträge, Podiumsdiskussionen oder Performances statt. Die Vernissage mit einem Vortrag des Wiener Kulturhistorikers Herbert Lachmayer findet morgen 14. August statt. Mit Ausnahme der Vernissage sind alle Veranstaltungen kostenpflichtig. Das Programm kann hier eingesehen werden.
«Mit Spektakel und Situation spürt die Sommerakademie gattungsübergreifend einem regelrechten Paradigmenwechsel in der zeitgenössischen Kunst nach. Sie verhandelt Fragen der künstlerischen und gesellschaftlichen Identität, der ästhetischen Praxis ebenso wie institutionelle und mediale Bedingungen der künstlerischen Produktion. Dabei stehen künstlerische Positionen im Zentrum, die sich nicht nur einer ungewöhnlichen Vielfalt an Materialien und Medien bedienen, sondern vor allem Kunstraum und Lebenswelt miteinander verbinden. [...] "Wir alle sind Teil des Spektakels." Mit dieser Behauptung will die Sommerakademie die zeitkritische Bedeutung des Begriffs "Spektakel" innerhalb einer allgegenwärtigen Event- und Erlebniskultur ausloten. Das Aufdecken vielschichtiger Selbsttechnologien sowie die Beschreibung ökonomisch-politischer und ästhetischer Anliegen im Medium der Inszenierung sollen den Blick freigeben auf unsere gesellschaftlich-kulturellen Verhältnisse.»
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Drucken | 13.08.2007 10:59
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