Vom Information- zum Service-Overload

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Ökonomie der Aufmerksamkeit: Wo sind die Early Adopters? (stock.xchng)

Der Information-Overload ist ein bekanntes Problem. Gemeint ist damit der Zustand, zu viele Informationen zu einem Thema zu besitzen, um einen Entscheid treffen zu können. Diese Informationsüberflutung tritt hauptsächlich im Zusammenhang mit E-Mail, Mikroblogging oder anderen Social Media-Services auf. Aber gerade die vielen neuen und praktischen Social Media-Anwendungen stellen uns vor ein neues Problem, das noch vor dem Information-Overload eintritt: Wann und woher nehme ich mir die Zeit, um alle meine Profile zu pflegen, alle meine Bilder online zu stellen oder alle meine Bookmarks zu teilen? Oder wie es die «New York Times» auf den Punkt brachte: «How Many Web Services Can One Person Use?» (Wie viele Web-Services kann ein Mensch nutzen?)

Doch auch damit nicht genug. Nicht nur die Zeit der User ist knapp, auch ihre Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. Dank Web 2.0 und sozialen Medien entstehen täglich neue Dienstleistungen im Web. Für Start-ups wird es daher immer schwieriger, sich mit ihren Innovationen überhaupt auf dem Markt zu etablieren. Das grösste Problem für sie ist es, überhaupt einmal die Early Adopters zu finden und zu binden. Anbieter, die die Aufmerksamkeit dieser Multiplikatoren nicht bekommen, haben ein riesiges Problem. Dieses entsteht ausgerechnet dadurch, dass diverse Faktoren das Entstehen neuer Angebote begünstigen. Dazu zählt Open Source-Software, die eine Finanzierung erleichtert ebenso wie Programmierschnittstellen (APIs), die einen Zugriff auf bestehende Innovationen bieten oder der schnellere Informationsfluss im Internet. Bei dem insgesamt grossen Angebot bleibt den Early Adopters kaum Zeit für einzelne Services. Schon alleine deswegen wird es eine vertikale Konsolidierung im Markt geben.

Soziale Medien erzeugen sozialen Druck

Aber auch die breite Masse spürt zunehmend diesen Service-Overload. Die Kommunikation verlagert sich gerade bei der Jugend verstärkt ins Netz. Dies erzeugt oft auch einen sozialen Druck: Welche Freunde sind auf welchen Services erreichbar? Facebook, Flickr, YouTube und Twitter sind zwar grosse Namen, aber doch nur vier von vielen hundert Anbietern. Wer sich dem Web 2.0 nicht verweigert, kann bei der Verwaltung seiner Online-Aktivitäten vor eine Herausforderung gestellt werden - vor allem, wenn verschiedene Freunde für ähnliche Aktivitäten auf unterschiedliche Webseiten setzen.

Quelle: pte

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| Artikel drucken Drucken | 22.09.2008 10:55

LD on 22.09.2008 13:51

Dem sozial Druck entziehe ich mich, indem ich mich auf ganz wenige Services beschränke. Seitdem ich mein Xing-Profil gelöscht habe, fühle ich mich freier und habe mehr Zeit, den Information Overload zu verarbeiten. Ich kann jedem nur raten, es mir gleich zu tun und sich nicht zum Sklaven von Web 2.0 machen zu lassen.

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