
Interaktion bringt Leserbindung. (stock.xchng)
Eine Studie von SevenOne Interactive hat ergeben, dass sich der deutsche Durchschnittsuser nur auf ungefähr acht Webseiten regelmässig aufhält. Die enorme Vielfalt des Internets wird von den Nutzern also nur zu einem kleinen Teil regelmässig wahrgenommen. Bei der Auswahl dieser acht Favoriten, dem so genannten Relevant Set (auch evoked set oder Berücksichtigungsfeld), spielen - wenig überraschend - Geschlecht und Alter der Nutzer eine wichtige Rolle. Das Hochtreiben der Sichtbarkeit der eigenen Präsenz im Netz durch SEO und SEM oder Social Media Marketing alleine genügt also auf die Dauer nicht. Kunden- bzw. Leserbindung heisst das Zauberwort.
Männer besuchen offenbar mehr Angebote als Frauen: So riefen männliche deutsche Internetnutzer durchschnittlich 9.4 Seiten regelmässig auf, Frauen hingegen nur 6.1. Die Gruppe mit dem grössten Portfolio sind Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren. Sie besuchen regelmässig 11.7 Webseiten. Frauen im Alter von 14 bis 29 Jahren im Kontrast dazu nur 5.7. Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren sind mit 5.8 Seiten ebenfalls in ihrer Favoritenliste recht eingeschränkt.
Die grössten Chanchen - und Mittel- haben starke Marken. Sie können sich in der Favoritenliste der deutschen Internet-Nutzer bevorzugt etablieren. Der Sprung in die Präferenzenlisten der User ist nicht einfach. Zwar ist der deutsche Surfer recht neugierig und besuche ungefähr 17 neue Seiten im Monat, wird dann aber nur sehr selten zum treuen Besucher. Männer sind auch neugieriger: mit durchschnittlich 20.8 neubesuchten Seiten liegen sie auch hier vor den Frauen mit 13 Erstbesuchen.
Bereits letzten Herbst hat eine amerikanische Studie herausgefunden, dass Blogleser loyale Leser sind. Ganze 46 Prozent der Amerikaner, die Blogs lesen, sind auch loyale Leser. Sie kehren regelmässig zu ihren Lieblingsblogs zurück. Abgesehen davon, dass die Blogleser mehrheitlich jener demografischen Gruppe - männlich, 30 bis 39 Jahre alt - angehören, deren Relevant Set am grössten ist, erhöhen Social Media-Tools wie Blogs oder Wikis offenbar die Bindung mit den Lesern. Ein gekonnter Einsatz dieser Web 2.0-Anwendungen ist also unabdingbar.
Die Studie «Relevant Set im Internet» wurde im Auftrag von SevenOne Interactive vom Marktforschungsinstitut forsa auf Basis einer repräsentativen telefonischen Umfrage bei 1'009 Deutschen, die das Internet zu Hause nutzen, durchgeführt.
Quellen: SevenOne Interactive, ecin
» Drucken 15.04.2008. 13:22
Thinkabout on 16.04.2008. 23:34
Männer sind neugieriger?
Vielleicht haben sie schlicht ein anderes Zeitmanagement und weniger schnell das Gefühl, mit dem Internet nur Zeit zu vertrödeln?
Im Ernst: Ich glaube, dass Frauen das Web zielgerichteter nutzen und nach dem Erfüllen des Nutzens konsequenter sich auch neuem, anderem zuwenden - ausserhalb des Computers. Am Ende hat es noch vor allem damit zu tun, dass die plärrenden Kinder aus welchen Gründen auch immer eher auf Mütter warten...? (30 - 39 Jahre; das passende Zielalter für diese Vermutung).
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