Tücken und Gefahren des Web 2.0

Gefahren lauern überall - auch im Web 2.0. (stock.xchng)
Ganz ehrlich, trotz aller Begeisterung für die schöne neue Welt der Kommunikation dank Web 2.0 und Social Media - manchmal nehmen wir alle die damit verbundenen Sicherheitsrisiken etwa auf die leichte Schulter. Viele von uns gehen zu blauäugig mit dem Thema IT-Security und dem Schutz sensibler Daten um. Darum gelingt es Kriminellen auch immer wieder, vertrauliche Informationen zu entwenden oder schadenanrichtende Malware unbemerkt zu installieren. Vor allem auch Firmen kümmern sich zuwenig um die Sicherheit. Zu diesem Fazit gelangt eine Studie des IT-Sicherheitsspezialisten Websense.
Die meisten Unternehmen gewähren den Mitarbeitern den freien Zugang zu sozialen Netzwerken, Blogs, Mashups sowie Foto- und Videoportalen in Web-2.0-Manier, schützen sich aber nur selten oder ungenügend vor den damit einhergehenden Gefahren. Sicher, so manches Unternehmen hat bereits die Keule ausgepackt und den Zugang zu solchen Seiten kurzerhand gesperrt. Nur: Web-2.0-Applikationen sind bedeutende Kommunikationstools, die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil geben können. Zudem bieten sie einen kostengünstigen Weg, um Kunden schneller zu erreichen. Die Benutzung solcher Dienste ist also nicht nur Realität, sondern bringt den Unternehmen auch einen Nutzen. So waren 66 Prozent der befragten deutschen IT-Manager der Meinung, das Web 2.0 biete einen wesentlichen Mehrwert.
Sicherheitslücken und Nachholbedarf
Die Erhebung Web2.0@Work, die weltweit unter insgesamt 1'300 IT-Managern durchgeführt wurde, kommt zudem zu dem Schluss, dass 95 Prozent aller Unternehmen ihren Angestellten einen ungehinderten Zugang zu Web 2.0-Seiten ermöglicht. Die Ursachen dafür ergeben sich vor allem in Hinblick auf die Optimierung von Geschäftsprozessen sowie der Lukrierung von Umsätzen. Schliesslich lassen sich wichtige Informationen und persönliche Kontakte aus allen Branchen per Mausklick einfach miteinander austauschen und vernetzen. Weil sich auf diese Weise Geschäftspartner einbinden lassen, sind 62 Prozent der Meinung, dass Web 2.0 ihrem Business zu Gute kommt.
Dass es im gegenwärtigen Technologiezeitalter auch eine steigende Nachfrage nach Web 2.0-Seiten und -Technologien gibt, bestätigen mit 86 Prozent der IT-Insider eine überwältigende Mehrheit. Trotz oder gerade wegen dieser Web 2.0-Eurphorie vernachlässigen viele Betriebe ihre Sicherheitsstandards in Bezug auf diese Internet-Seiten. Dass es hierbei einen deutlichen Nachholbedarf gibt, zeigen weitere Ergebnisse. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass im eigenen Unternehmen genügend für Web-Security getan wird. Diese räumte jedoch auch ein, dass bedeutende Sicherheitslücken vorhanden sind. Obwohl sich 80 Prozent als gut geschützt sehen, tätigen 68 Prozent der Befragten keine Echtzeitanalyse von Web Content.
Beunruhigend ist jedoch auch, dass jedes zweite Unternehmen über keine Lösung verfügt, um bösartigen Programmcode auf bekannten und vertrauten Webseiten zu entdecken. Auch haben 53 Prozent der Firmen bislang keine Vorkehrungen getroffen, damit Spionagesoftware nicht interne Daten an Bot-Netze überträgt. Bedenklich ist auch, dass knapp 60 Prozent kein URL-Re-Direct, also die Weiterleitung von einer vertrauenswürdigen auf eine gefälschte Webseite, verhindern können.
Quellen: websense, pte
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Drucken | 19.06.2009 17:49
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