
Social Networks und Communities liegen im Trend. (stock.xchng)
Etwa ein Drittel der Unternehmen des Wirtschaftszweigs «Dienstleister der Informationsgesellschaft» setzt mindestens eine Social Software-Anwendung zur internen oder externen Kommunikation mit Mitarbeitern oder Kunden ein. Die Palette der möglichen Anwendungen reicht von Diskussionsforen über Online Communities bis zu Wikis oder Blogs. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit der creditreform. In einer weiteren Studie hat die Wirtschaftsprüferin PricewaterhouseCoopers (PwC) herausgefunden, dass die Nutzer von sozialen Netzwerken ausgesprochen treue Seelen sind und für immer Mitglied in ihrer bevorzugten Community bleiben wollen.
Die «Dienstleister der Informationsgesellschaft», die sich durch eine hohe IKT-Intensität auszeichnen und etwa acht Prozent zur deutschen Bruttowertschöpfung beitragen, nutzen in erster Linie Online Communities, so die Studie der ZEW. Etwa 20 Prozent der Unternehmen, die Social Software einsetzen, greifen auf diese Anwendung zurück. An zweiter Stelle in der Rangfolge stehen Diskussionsforen (etwa 15 Prozent). Jeweils an die zehn Prozent der Unternehmen nutzen Wikis oder arbeiten mit Gruppenarbeitsplattformen. Blogs und sonstige Social Software-Anwendungen werden dagegen eher selten eingesetzt.
Betrachtet man die beiden Teilsektoren IKT-Dienstleister und «wissensintensive Dienstleister» (z.B. Unternehmensberatung oder Werbung), ergibt sich ein geteiltes Bild. Während etwa 45 Prozent der IKT-Dienstleister mindestens eine Social Software-Anwendung nutzen, trifft dies nur auf etwa 29 Prozent der wissensintensiven Dienstleister zu. Communities werden von beiden Teilsektoren am häufigsten eingesetzt.
Social Software wird von allen am häufigsten für die externe Kommunikation (etwa 50 Prozent) eingesetzt, gefolgt vom internen Wissensaustausch (etwa 45 Prozent) und der internen Kommunikation (etwa 42 Prozent). Für den Aufbau und die Pflege von Kundenbeziehungen wird in etwa 39 Prozent der Unternehmen Social Software verwendet. Eine eher untergeordnete Rolle beim Rückgriff auf Social Software-Anwendungen spielen die Bearbeitung gemeinsamer Projekte mit anderen Unternehmen oder freien Mitarbeitern (etwa 26 Prozent), die effizientere Gestaltung von Geschäftsprozessen (etwa 22 Prozent), die Anregung zur Innovation (etwa 21 Prozent) und die Produktwerbung (etwa 11 Prozent).
IKT-Dienstleister legen ihr Schwergewicht auf die externe Kommunikation (ca. 56 Prozent), während bei den «wissensintensiven Dienstleistern» vor allem die interen Kommunikation (rund 53 Prozent) im Vordergrund steht.
85 Prozent der Deutschen, die oft im Internet surfen, sind selbst Mitglied in Social Networks. Dies geht aus der Studie «Web 2.0 - Soziale Netzwerke» der PwC hervor. 70 Prozent der Nutzer von Social Networks wollen dabei für immer Mitglied in ihrer bevorzugten Community bleiben. Die Attraktivität eines Netzwerkes hängt einerseits vom Preis und andererseits davon ab, wie intensiv sich die User durch eigene Beiträge an der Communtiy beteiligen. Die allgemeine Akzeptanz der Plattformen ist sehr hoch, solange die Mitgliedschaft nichts kostet. Im Zuge der Studie bezeichneten sich immerhin 82 Prozent der Befragten als «aktiv» und 32 Prozent sprachen sogar von einem «hohen Aktivitätsniveau». Am häufigsten werden Beiträge mit persönlichen Inhalten erstellt - darunter das Hochladen von Fotos, Kommentar-Postings sowie Artikel in Foren oder Blogs.
Generell erfolgreich sind jene Social Networks, die einen Gedanken oder eine Idee als erste aufgreifen. Sie schöpfen meist die breite Masse ab, die Nachkommenden haben es schwerer, ein grosses Publikum zu generieren und müssen sich oftmals Nischen suchen. First Mover kann in diesem Zusammenhang auch heissen, die schnellste Copycat im eigenen Land zu sein: Die Erfolge von StudiVZ oder Xing gegenüber den amerikanischen Vorbilder Facebook und LinkedIn sprechen Bände.
Quellen: zew, pwc, pte
» Drucken 16.04.2008. 11:00
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