
Die Modebranche scheint die aktuellen Trends zu verschlafen. (stock.xchng)
Auch wenn der Kauf von Kleidung immer öfter im Web (2.0) stattfindet, der Weg führt nach wie vor hauptsächlich zurück in die Offline-Welt: 55 Prozent der Deutschen holen sich laut einer Studie zwar online Anregungen, gehen dann jedoch offline einkaufen. Ein «volles Shoppingerlebnis» ist für 63 Prozent nur in einem Geschäft zu erreichen. Die weiteren Ergebnisse zeigen, dass das haptische Erleben von Mode eine grosse Rolle spielt und die nötige Sicherheit für die Kaufentscheidung liefert. Das Anfassen und die direkte Beratung sind für die meisten Kunden immer noch dafür entscheidend, nicht online zu kaufen. Auf der anderen Seite wird die schnelle Verfügbarkeit von Trends im Internet als Vorteil empfunden: 41 Prozent der Deutschen, weit mehr als der EU-Durchschnitt, haben Kleidung schon einmal online bestellt. Tendenz steigend.
Die Studie, verfasst von der Dialogmarketingagentur Proximity, hat vier Trends ausgemacht, die die digitale Welt der Mode entscheidend prägen: Das virtuelle Ich, Social Shopping, Digital POS und User-generated Fashion.
- Das virtuelle Ich: Avatare, die ihrem User bis aufs Haar gleichen, werden in Zukunft beim Modekauf im Internet eine wesentliche Rolle spielen. Denn nur wenn das Kleidungsstück auch wirklich perfekt dem virtuellen Ich passt, entsteht die nötige Sicherheit beim Käufer, und eine Kaufentscheidung wird getroffen. Avatare werden so für Marken Hindernisse überwinden, die beim digitalen Kauf auftreten, denn Vorlieben, optimale Passformen und Grössen werden durch das virtuelle Ich ideal bedient.
- Social Shopping: Preissuchmaschinen und Meinungsportale sind meist erste Stationen beim Kauf von Waren im Internet. Das mangelnde haptische Erleben und Prüfen der Ware beim Online-Shopping kann durch die Bewertung anderer Kunden ausgeglichen werden. Der Qualitäts-Check der Massen vermittelt neuen Kunden das Gefühl, zu wissen, was sie kaufen. Eine Kommentierungs- bzw. Bewertungsmöglichkeit auf den Websites erleichtert den Konsumenten die Kaufentscheidung und liefert den Unternehmen wichtige Informationen über ihre Kunden. Social Shopping hat eine neue Generation von Kunden hervorgebracht, die sich selbst einbringen, Trends aufspüren und verbreiten und dabei Leute treffen und Spass haben wollen.
- Digital POS: Mode-Geschäfte sind heutzutage mehr als reine Kaufhäuser, sie vermitteln ein einzigartiges Markenerlebnis. Allerdings gelingt es nur wenigen Unternehmen, diese Erlebnis auch in ihren Online-Auftritt zu übertragen. Entscheidend für die zukünftige Kaufentscheidung wird sein, die unterschiedlichen Kanäle wie Offline, Online und Mobile durch Schnittstellen zu verbinden und damit das Marken- und Kauferlebnis zu erweitern.
- User-generated Fashion: Das tägliche Bedürfnis nach Ausdruck durch Styling und der gelernte Umgang mit Web 2.0 ergeben für Unternehmen ein spannendes neues Feld: User-generated Fashion. 59 Prozent würden ihre Mode gerne selber designen, wenn Geld und Aufwand keine Rolle spielten. Für die Unternehmen bedeutet dies, sich auf die Wünsche ihrer Kunden einzustellen, also Produkte anzubieten, die von den Kunden eigenhändig konfiguriert werden können. Daraus ergibt sich ein aktives und permanentes Involvement der Kunden bei der Produktentwicklung - die Produkte entsprechen immer mehr den Erwartungen der Konsumenten.
«Modebranche im Dornröschenschlaf»
Die Branche ist auf diese Trends noch nicht vorbereitet: Online-Angebote lassen das Bedürfnis der Konsumenten nach Mitgestaltung und Dialog vermissen, neue Kommunikations-Kanäle wie Mobile werden nicht genutzt oder nicht in den bestehenden Dialog integriert. Der Kunde wird mit seiner Unsicherheit allein gelassen. «Während sich der Konsument ständig weiterentwickelt, steckt die Modebranche weiterhin im Dornröschenschlaf», kommentierte denn auch Michael Schipper, CEO von Proximity Germany, die Ergebnisse der Studie.
Quelle: presseportal
Tags: mode trends fashion studie soziale-medien social-shopping
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» Drucken 28.08.2008. 11:32
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