
«Men’s voices are being disproportionately heard.» (freedomlab.org)
Zwei Forscherinnen der Northwestern University haben untersucht, wie Männer und Frauen eigene künstlerische Inhalte - also User generated Content (UGC) - produzieren und veröffentlichen. Dabei haben sie herausgefunden, dass sich bei beiden Geschlechtern jeweils rund zwei Drittel der Befragten in mindestens einem der Gebiete kreatives Schreiben, Fotografie, Musik oder Film/Video künstlerisch betätigen - losgelöst vom Internet. Unterschiede gibt es erst bei der Veröffentlichung der eigenen Werke. Hier tut sich ein participation divide, so der Titel der Studie, auf. Männer veröffentlichen ihre Werke deutlich häufiger als Frauen.
Männer stellen mehr als doppelt so-oft selbst eingespielte Musik online als Frauen. Auch eigene Filme werden signifikant häufiger von Männern als von Frauen veröffentlicht. Generell haben rund zwei Drittel aller befragten Männer angegeben, eigene Inhalte online gestellt zu haben. Bei den Frauen waren es nur die Hälfte.
Die Autorinnen der Studie, Eszter Hargittai und Gina Walejko, begründen diesen Geschlechterunterschied mit der Selbsteinschätzung des eigenen IT-Wissens durch die Frauen. Viele Frauen trauen sich die Nutzung der Web 2.0-Tools schlicht nicht zu. Der Anteil der befragten Frauen, die sich selber ein grosses IT-Wissen bescheinigen und selbst schon Inhalte online gestellt haben ist nämlich gleich gross wie derjenige unter den Männern.
Wenig überraschend ist die Tatsache, dass bei den Befragten das kreative Schreiben in der Beliebtheit ganz vorne steht. Mehr als die Hälfte derjenigen, die angaben, kreativ zu schreiben, veröffentlichen ihre Werke auch online. An zweiter Stelle folgt Video mit knapp unter 50 Prozent.
Für die Studie wurden 1'060 Studienanfängerinnen und -anfänger der University of Illinois in Chicago befragt. Diese Universität wurde ausgewählt, weil sie laut dem «U.S. News & World Report»-Ranking eine der multikulturellsten der USA ist. Die Studie konnte übrigens keine Unterschiede im Online-Verhalten basierend auf dem kulturellen Hintergrund feststellen. Die ganze Studie «The Participation Divide: Content creation and sharing in the digital age» wurde in der März-Ausgabe von «Information, Communication & Society» veröffentlicht.
» Drucken 24.06.2008. 10:34
Kerstin Hoffmann on 24.06.2008. 12:36
Das deckt sich mit meinen völlig unrepräsentativen Erfahrungen. Ich kenne auch viel mehr männliche Blogger, Techies und Twitterer als Frauen.
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