HP bezweifelt Nutzen von Virals

Network Graph
Sind wir alle gar nicht so sozial vernetzt wie angenommen? (stock.xchng)

Die «Social Computing Labs» (SCL) von HP haben jüngst eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass virales Marketing bei weitem nicht so gut und effektiv funktioniere wie bisher angenommen. Die HP-Forscher untersuchten dazu die Online-Kommunikation anhand einschlägiger Webportale und Social Networks. So analysierten sie zum Beispiel 95 Millionen E-Mails und Beiträge der Facebook-Mitglieder. Mit überraschendem Resultat: Selbst jene Akteure mit unzähligen eingetragenen Freunden sozialisieren sich regelmässig nur mit zwei bis drei Gruppen. Weil wir also alle gar nicht so sozial vernetzt seien wie bisher angenommen, funktioniere virales Marketing nur bedingt.

«Menschen haben kurze Aufmerksamkeitsspannen. Es hat uns überrascht, wie ineffektiv virales Marketing in der Praxis funktioniert», kommentierte Dr. Bernardo Huberman, Direktor der SCL, die Resultate. «Virales Marketing funktioniert in einigen Fällen, aber es macht keine grossen Sprünge zwischen verschiedenen Gruppen.» Die Botschaft reicht also nicht so weit und tief, wie ursprünglich angenommen.

Modell zur Errechnung der Popularität

Anhand ihrer Datenbasis behaupten die Forscher von HP, sie seien nun in der Lage, zu berechnen, wie populär Webadressen oder Portale werden können. Als Grundannahme dienen ihnen dazu einzig die Zahlen der ersten paar Tage nach (Online-/Verkaufs-)Start. Eine solche Berechnung könnte dabei helfen, den Erfolg vor allem von Longtail-Angeboten in der Nische vorauszusagen.

Die Forscher gaben zudem an, die hätten ein Tool für das Issue Monitoring in der Blogosphäre namens «WaterCooler» entwickelt. Das Tool könne Blogs überwachen und wichtige Meinungen, die sich gerade in der Community bzw. Kundengruppe bilden, herausfiltern. Damit könne man zum Beispiel einer drohenden Protestwelle entgegenwirken. Es sei allerdings noch nicht entschieden, ob dieses Tool auch vermarktet werde.

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