
«Schwarzes Loch» Web 2.0 im Gastro-Bereich. (stock.xchng)
Für das europäische Gastgewerbe spielt das Internet eine immer wichtigere Rolle. So setzen bereits viele Hoteliers und Gastronomen für die Kundengewinnung auf das Internet. Nutzergenerierte Inhalte im Web 2.0-Zeitalter sehen neun von zehn Unternehmer in der Branche als Chance, dennoch besteht in dieser Hinsicht noch einiger Nachholbedarf. Zu diesem Schluss kommt der Trendbarometer 2008 des Reise- und Finanzdienstleistungskonzerns American Express. Befragt wurden dazu 300 Hotel- und Restaurantmanager in fünf europäischen Ländern.
Die Wichtigkeit des Internets lässt sich darin erkennen, dass ein Grossteil der Befragten ihren Webauftritt in den vergangenen Jahren ausgebaut und verbessert haben. Der Bedarf an Informationen im Internet zeigt sich daran, dass Kunden zu jeder Zeit die Verfügbarkeit von Dienstleistungen im Web abrufen wollen.
Wie die Untersuchung verdeutlicht, können die Gäste inzwischen auf 57 Prozent der Hotel- und Restaurant-Webseiten die aktuelle Verfügbarkeit einsehen und auf jeder zweiten online buchen und reservieren. Um den Kunden einen Eindruck der Örtlichkeit zu vermitteln, bieten 83 Prozent der Hotels und mehr als jedes zweite Restaurant auf ihrer Webseite inzwischen sogar virtuelle Touren über das Hotelgelände bzw. durch das Restaurant an. Da die Bedeutung der Kundenpflege über das Internet immer wichtiger wird, wachsen damit auch die Herausforderungen an die Gastronomie- und Tourismusbranche. So ist Online-Zahlung bisher auf jeder dritten virtuellen Hotel-Repräsentanz möglich, während 23 Prozent die Buchung über das Internet bereits mit Vorzugspreisen belohnen. Von Vorteil ist besonders, dass 70 Prozent der Hotels und fast jedes zweite Restaurant in den Ausbau seiner Partnernetzwerke investiert. Am stärksten verbreitet ist die Verlinkung auf Partnerseiten im deutschen und spanischen Gastgewerbe. Dieses Mittel nutzen 77 Prozent der Hotels und 60 Prozent der Restaurants.
Obwohl die Branche die Chancen des Internet aktiv ausschöpft, bleibt Web 2.0 weitgehend ungenutzt. Zwar sehen derzeit 88 Prozent der Hotel- und Restaurantmanager in Weblogs, Online-Foren sowie Bewertungsportalen wie Tripadvisor.de oder Qype.de eine Chance. Da sich die Anzahl der Manager, die auf Kundenbewertungen achten, im Vergleich zum Vorjahr jedoch verringert hat, fällt das Fazit nüchtern aus. So suchen fast acht von zehn britischen Restaurantmanagern online nach Bewertungen über ihr Haus, aber nur 20 Prozent antworten auch auf kritische Kundenbeiträge. Unter den deutschen Gastronomen dagegen durchsuchen 57 Prozent das Netz nach Bewertungen und nur drei Prozent reagieren auf kritische Beiträge über ihr Restaurant. Mir scheint, die Gastronomie vergibt hier, ähnlich wie auch die Modebranche, einige Chancen.
Quelle: pte
» Drucken 10.10.2008. 11:51
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