Forschungsgegenstand Facebook

Wissenschaftliche Netzwerkanalyse von Facebook (nagoya-u.ac.jp)
Tagtäglich loggen sich Millionen von Menschen weltweit bei Facebook ein, um dort ihren Status zu aktualisieren, Nachrichten auszutauschen, Bilder hochzuladen und zu taggen und sich natürlich mit Freunden und Bekannten zu vernetzen. Die meisten sind sich dabei aber kaum bewusst, dass ihre Aktivitäten aufgezeichnet und kommerziell weiterverarbeitet werden. Dieses Datamining kann aber auch aus rein wissenschaftlichem Interesse geschehen, wie ein Forschungsprojekt der Universitäten Los Angeles (UCLA) und Harvard zeigt.
Soziologen der beiden Universitäten sammeln dazu für vier Jahre alle Aktivitäten eines College-Jahrgangs auf Facebook, um diese wissenschaftlich auszuwerten. «Eine immense, so noch nie dagewesene Datenmenge darüber, wer mit wem bekannt ist und Freundschaft schliesst. Verglichen mit den bisher üblichen, aus Umfragen gewonnenen Daten stellt dies einen grossen Fortschritt dar, wenn es darum geht, Netzwerke zu erforschen», sagte Soziologie-Professor Andreas Wimmer von der UCLA gegenüber der BBC.
Abbild der Gruppendynamik
Der grosse Nutzen von Facebook für die Forschung ist, dass die Nutzer dort sehr genau ihre Beziehungen aufzeichnen. Mit Applikationen vergleichen sie zum Beispiel ihre Musik-, Literatur- oder Filmpräferenzen mit ihrem Freundeskreis. Die Forscher hoffen so, genauer darüber Auskunft geben zu können, ob das sprichwörtliche «Gleich und Gleich gesellt sich gern» auch tatsächlich zutrifft oder nicht.
Die ersten Resultate der Studie besagen jedenfalls, dass der wichtigste Faktor der Gruppenbildung bei den untersuchten College-Jahrgängen das gemeinsame Wohnen in den so gennanten Dorms ist. Laut Wimmer helfe die willkürliche Platzierung der Studierenden unabhängig von ihrem Hintergrund jedenfalls dabei, die verschiedensten (gesellschaftlichen) Barrieren abzubauen.
Die Forscher hoffen, im Verlauf der vier Jahre noch mehr herauszufinden über diese Gruppendynamik innerhalb der Dorms, wie sie sich bei Facebook manifestiert. Sie hoffen so auch jene Faktoren isolieren zu können, welche dafür verantwortlich sind, dass sich manche Individuuen innerhalb dieser Gruppen nicht zurechtfinden und darum unter Umständen sogar Suizid begehen.
Weiterführende Links
- XING-Netzwerkforschung der WWU Münster
- Web (2.0) Mining: Analyzing Social Media (PDF)
Quelle: bbc
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Drucken | 22.01.2008 16:01
Malte on 23.01.2008 22:09
Die Untersuchung läuft bestimmt in Zusammenarbeit mit der Facebook Abteilung für personalisierte Werbung ;)
Profilneurose on 03.11.2009 22:06
Hallo zusammen,
die Diskussion hier ist schon bisserl älter. Dennoch würde ich gerne das Thema aufgreifen und würde mich freuen, wenn ihr mit mit darüber diskutiert.
Ich bin Soziologe und gleichzeitig aber auch Online Marketer und verstehe somit beide Seiten.
Auf meinem Blog habe ich die Reihe „Eine Soziologie von Facebook“ gestartet.
http://profilneurosen.com/
Schaut doch mal vorbei und redet mit. Gerne auch hier in diesem Blog


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