Dass die Wissenschaft vermutet, traditionelle Stammeskulturen könnten ein unbewusstes Vorbild sein für Web 2.0-Communitys wie zum Beispiel Social Networks, darüber habe ich bereits geschrieben. Nun haben die Marktforscher von Beeline Labs zusammen mit Deloitte eine Studie mit dem Titel «Tribalization of Business» («Stammesbildung in der Wirtschaft») veröffentlicht. Darin untersuchen sie bei rund 140 Firmen, die den Schritt in die sozialen Medien gewagt haben, wie diese Commuitys managen, den Erfolg messen und daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben. Die Studie nennt auch die wichtigsten Best Practices des Community Buildings, die sich weitgehend mit meinen bereits vor über einem Jahr veröffentlichten zehn Tipps decken.
Medium für Mundpropanganda, Quelle von Ideen und eines wachsenden Markenbewusstseins, Kundenbindungsfaktor – soziale Netzwerke und Web 2.0-Anwendungen bieten grosse Perspektiven. Die Studie offenbarte jedoch gewisse Unsicherheiten von Entscheidungsträgern bei der erfolgreichen Erstellung solcher Projekte. Wie macht man sein Netzwerk attraktiv, welchen Zeitaufwand verursacht das Management der Community, wie stark soll man die nutzererstellten Beiträge kontrollieren? Mit welchen Messinstrumenten kann man den Erfolg des Projektes objektiv dokumentieren? Acht Thesen geben Antworten.
Empfohlen wird zunächst eine klare Zieldefinition: Was will man erreichen, wo liegt das Kerninteresse, welchen Nutzen soll das Projekt haben? Dann sollte die Kernanspruchsgruppe klar umrissen und mit allen Mitteln zum Eintritt motiviert werden. Wichtig ist hierbei auch die Auswahl der richtigen Technologie. Besonders wichtig sind eine einfache und intuitive Benutzeroberfläche. Die Nutzer haben in der Regel zu wenig Zeit, um sich lange in eine neue Seite einzuarbeiten.
Wie man im Social Media Marketing Ziele definiert und deren Erreichung misst, habe ich hier beschrieben. In diesem Beitrag diskutiere ich einige Kernfragen einer möglichen Social Media-Strategie.
Eine regelmässige Aktualisierungen muss selbstverständlich sein. Events und Aktionen können die Community bereichern. Dabei sollte man allerdings darauf achten, nicht zu sehr in die nutzergenerierten Inhalte einzugreifen. Teilnehmen, aber nicht kontrollieren ist hier die Devise. Bei der Auswahl des Managements sollte genau geprüft werden, wer welche Entscheidungen bezüglich des Projekts trifft. Juristische- und PR-Mitarbeiter seien bei der Erstellung wichtig, im aktiven Management jedoch wenig hilfreich. Eine grossangelegte Beta-Phase, während der bereits ein fester Nutzerstamm generiert werden sollte, rundet die Projektplanung schliesslich ab. Erst wenn alles funktioniert, es genügend Mitglieder für den Start gibt und ausreichend Werbung gemacht wurde, sollte das Netzwerk in der Endversion online gehen.
Im Umgang mit Lesermeinungen und anderen nutzergenerierten Inhalten bieten sich drei Strategien an: Registrierung, Pre- oder Post-Monitoring. Darüber habe ich hier bereits geschrieben.
Die ganze Studie von Beeline bekommt man übrigens hier nach einer Registrierung zugeschickt. Am 7. August findet zudem ein Webinar zur Studie statt. Dazu kann man sich hier registrieren. Die wichtigsten Kennzahlen zu den über 140 untersuchten Communitys sind:
Quellen: beeline, ecin
» Drucken 23.07.2008. 11:10
Thommen on 23.07.2008. 18:04
Wie "soziale Netzwerke" funktionieren bekomme ich als Schwuler am offensichtlichsten zu sehen! Da werden mir plötzlich Profile und Addies von fremden Frauen vermittelt...
Dies oft in so einer "überziehenden" Form, dass ich lieber auf solche Netzwerke verzichte. Ich habe eher den Eindruck, dass das nur eine Neuauflage der altgedienten "Tupperware-Parties" ist!
norman on 27.07.2008. 19:31
Guter Analyseansatz, gute Zusammenfassung. Die Studie werde ich mir gleich aneignen.
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