Pfeifer: Klick

Pfeifer: Klick

Dieses Buch beruhigt das Gewissen. Wen bisher das Gefühl beschlich, er müsse von Zeit zu Zeit den PC abstellen, um seine Zeit sinnvoll zu verbringen, dem liefert David Pfeifer in seinem Buch entlastende Argumente. Der Autor will den beständigen Warnrufen gegen neue Medien etwas entgegensetzen.

In seinem Bucht bringt Pfeifer nicht nur altbekannte Argumente, wie dass es zu jeder Zeit und für jedes Medium zahlreiche Kulturpessimisten gegeben habe, die den Untergang des Abendlandes nahen sahen, ins Spiel. Er deckt auch neue positive Seiten auf. Natürlich widert es auch Pfeifer an, einen «Schwachdenker namens Zlatko» im Big Brother Container zu sehen, wie er zum ersten Mal von Shakespeare hört. Aber sei das wirklich dümmer, so die rhetorische Frage des Autors, als «Traumschiff» oder «Mainz, wie es singt und lacht»?

Früher, in der guten alten Zeit des Fernsehens war es auch nicht besser. Der gestiegene Wettbewerb mit über 30 Fernsehprogrammen hat bessere Serien und anspruchsvollere Informationssendungen hervorgebracht. Diese gegenläufigen Entwicklungen fasst der Autor mit dem schönen Satz zusammen: «Das Niveau ist an vielen Stellen gesunken, aber der geistige Anspruch ist gestiegen».

Pfeifer kämpft auch gegen die Mär von den gewaltanimierenden Computerspielen. Tatsächlich spielen nur ein kleiner Prozentsatz brutale Spiele wie «Counter Strike». Das beliebteste Spiel weltweit sind hingegen die «Sims». In diesem Sinne arbeitet sich de Autor noch durch einige andere Aspekte der neuen Medienwelt, immer geleitet von persönlicher Erfahrung, angereichert mit Zahlen und Experten-Statements.

Fazit

Man mag einen gewissen Tiefgang vermissen. Aber das Buch ist ein journalistischer Schlagabtausch und keine wissenschaftliche Abhandlung - zum Glück. So ist es bedeutend flüssiger zu lesen.

Der Autor

David Pfeifer, Jahrgang 1970, ehemaliger «Tempo»-Mitarbeiter und Chefredakteur der Computerzeitschrift «Konr@d», arbeitet heute als Autor unter anderem für die «Süddeutsche Zeitung».

David Pfeifer: Klick. Wie moderne Medien uns klüger machen, Frankfurt/Main 2007 (Campus), 178 Seiten.

Quelle: politik-digital

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| Artikel drucken Drucken | 07.06.2007 11:12

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