Verleger ohne Erben
Was sonst als die Übernahme der Espace Media Groupe durch die tamedia könnte diese Woche das Thema von Zimmermanns «Weltwoche»-Kolumne sein? Und Zimmermann wäre nicht Zimmermann, wenn er alles nicht auch in einen grösseren Rahmen setzen würde:
«Die Journalisten reden bei jeder Gelegenheit gern von Strategie, von Konsolidierung und Monopolisierung. Dabei geht es um eine einfachere Frage. Hat der Verleger einen Sohn? Und will der Bub?»
Genau das war aktuell bei den von Graffenrieds der Fall. Der Herr Sohn (50) fotografiert - übrigens sehr erfolgreich - lieber, als den Laden zu übernehmen. Was also lag näher als ein verkauf an die tamedia - es war ja wohl kaum Teil von Herrn Papas (Banker) Exit-Strategie, oder?
«Kapitulation. Industrielle Logik. Monopolisierung. Strategie. Konzentration. Nutzung von Synergien. Konsolidierungsprozesse. Was für ein Schwulst an grossartigen Grossanalysen und grossartigen Grossdeutungen, den wir wieder einmal lesen durften [...] Wir wollen darum etwas entdramatisieren. Grössere wirtschaftliche Verschiebungen in der Schweizer Medienszene sind in aller Regel nicht von Kapitulation, industrieller Logik, Monopolisierung, Strategie, Konzentration, Nutzung von Synergien und Konsolidierungsprozessen getrieben. Es sind simple, alltägliche Nachfolgefragen. Entweder hat der Vater einen Sohn oder eine Tochter, der oder die das Unternehmen weiterführt. Oder der Nachwuchs ist nicht interessiert. Dann wird verkauft.»
Punkt. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Aber wir wissen ja, Journalisten reden gerne viel; noch lieber lesen sie sich selber.
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Drucken | 31.05.2007 08:16
2xm on 31.05.2007 15:07
so nebenbei hat der herr von grafenried noch ein weiteres geschäft (230 mitarbeiter). ausserdem auch noch andere kinder mit seiner zweiten frau, die kinder sind aber noch im ausbildungsalter.
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