Tages-Anzeiger vs. NZZ

In seiner aktuellen Medien-Kolumne unternimmt Zimmermann den Versuch, die wichtigsten Schweizer Tageszeitungen anhand ihrer Kommentare zu fünf aktuellen Themen (die Coop-Carrefour-Transaktion, die Klimapolitik von Bundesrat Moritz Leuenberger, die Frage des persönlichen Waffenbesitzes, die Von-Roll-Übernahme sowie die Diskussion um Steuer- und Standortwettbewerb) politisch auf einer Skala von etatistisch (staatsgläubig) bis liberal einzuordnen.

«Wir wollen heute die Frage angehen, wie staatsgläubig unsere Presse ist. Wir haben dazu die Kommentare der grossen Tageszeitungen auf ihren Grad an Etatismus oder Liberalismus untersucht. [...] Wir haben die einzelnen Kommentare auf einer Etatismus-Skala von 0 bis 100 bewertet und können also die Tendenz der Blätter recht präzise einschätzen. Auf der Liste fehlt nur die Berner Zeitung, weil sie auch zu wichtigen Debatten keine Kommentare schreibt.»

Das Resultat überrascht eigentlich gar nicht. Liberaler Spitzenreiter ist die «NZZ» mit fünf Prozent, etatistisches Schlusslicht mit (deutlichen) 90 Prozent der «Tages-Anzeiger»:

«Der Tages-Anzeiger hält die Gegenposition. Wann immer eine neue staatliche Vorschrift denkbar ist, gerät die Zürcher Zeitung in Verzückung. [...] Wir wollen nicht gross über dieses Resultat urteilen, aber doch zum Schluss kurz in Erinnerung rufen, warum Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit die Pressefreiheit entstand. Sie entstand, weil man die Presse aus staatlicher Zensur und Kontrolle befreien wollte. Sie entstand nicht, damit die Presse bei jeder Gelegenheit nach mehr staatlicher Zensur und Kontrolle ruft.»

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| Artikel drucken Drucken | 30.08.2007 12:25

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