Wie könnte es auch anders sein, als dass auch Zimmermann in seiner aktuellen «Weltwoche»-Kolumne das Thema Roschacher/Blocher/GPK aufgreift. Er benützt dieses Ereignis - je nach Einschätzung eine Staatskrise oder ein Sturm im Wasserglas - als Aufhänger «für etwas Medienkunde zum Thema News». Laut Zimmermann unterscheiden Newsredaktionen grundsätzlich zwischen zwei Vermittlungsformen: «Nachrichten» und «Geschichten».
«Nachrichten sind sachorientiert, bringen die wichtigen Fakten und sind eher emotionslos - also uninteressant. Geschichten sind personenorientiert, unterschlagen missliebige Fakten und sind emotionell - also interessant.»
Journalisten, die keine Geschichte liefern können, erhalten vom Chefredaktor oder Ressortleiter weniger Zeilen oder weniger Sendeplatz. Also, so stellt sich die Frage, wie wird aus einer Nachricht nun eine Geschichte?
«Eine Nachricht wird zu einer Geschichte durch den Spin, den man ihr gibt, also den Dreh, der die Fakten emotionalisiert.
Es trifft sich gut, dass Politiker hier genauso wie Journalisten funktionieren. Auch sie sind an nüchternen Sachfragen nicht interessiert. Auch sie sind am Spin orientiert. Sie denken darum in Kriterien der Kabale, also in Formen von Intrige, Verschwörung, Skandal, Affäre, Staatskrise und Komplott.»
Womit sich der Kreis schliesst - die einen suhlen sich im Dreck, die anderen produzieren ihn. Oder so.
» Drucken 14.09.2007. 08:17
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