Glückliche Verleger
Diese Woche berichtet Kurt W. Zimmermann in seiner «Weltwoche»-Kolumne vom «World Magazine Congress», der letzte Woche in Peking stattfand. Anders als die (Tages-)Zeitungen leiden Magazine nicht an den neuen Medien. Zimmermann nennt drei Beispiele: Modemagazine in China, das «Yoga Journal» aus den USA und ein Schweizer mit Bastel-Magazinen, die in 80 Ländern verkauft werden.
«Die chinesischen Modemagazine platzen vor lauter Inseraten von Hermès, Prada und Dior. Sie sind fünfhundert Seiten stark. Ihr Problem ist, dass sie nicht mehr im Abonnement geliefert werden können, weil sie zu dick für die Briefkastenschlitze geworden sind.»
Verleger von Magazinen sind also glückliche Verleger. Warum das so ist, legt Zimmermann überzeugend dar:
«Denn die Zeitschriften sind die Gewinner der zwei Megatrends in der globalen Kommunikation, der veränderten Mediennutzung und der verstärkten Segmentierung. [...] Die Konsumenten setzen weniger Zeit für die Lektüre ein. Die Nutzungsdauer für die Presse nimmt gemessen an den anderen Mediengattungen ab. Die Nutzungsdauer für TV und Internet hingegen nimmt zu. Nun ist klar, was passiert, wenn man generell weniger liest. Man liest nur noch das, was einen wirklich interessiert.»
Aber nicht nur bei den Printmedien ist dies zu beobachten. Die TV-Spartensender boomen, vom Internet ganz zu schweigen. Alle Special Interest-Medien ziehen die Werbetreibenden an, denn sie erreichen eine spezifische Zielgruppe. Der Streuverlust ist gering.
In der Tat, meine eigene Mediennutzung hat sich in den letzten zehn Jahren massiv verändert. Früher war ich exzessiver Zeitungsleser. Heute lese ich auf Papier nur noch Wochenzeitungen und eben eine Menge Magazine. Tageszeitungen lese ich nur noch online - hin und wieder noch eine Pendlerzeitung. Aber zurück zu Zimmermanns Kolumne: Und die Schweizer Verleger?
«Im weltweiten Zeitschriftenmarkt haben sich die Schweizer Verleger eine bemerkenswert gute Position erarbeitet. Die drei grossen internationalen Schweizer Medienhäuser Ringier, Edipresse und Marquard-Media geben im Ausland mittlerweile 145 Magazine heraus. Sie sind in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Indien und Ostasien stark präsent.»
Der Rest ist im kleinen Schweizer Markt gefangen und hat den Trend verschlafen.
+++ Nachtrag
Passend dazu: Die tamedia übernimmt die Espace Media Groupe. Von wegen im Markt gefangen.
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Drucken | 24.05.2007 08:43
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