Corporate Blog outsourcen

Darüber, dass um Kosten zu sparen, schon mal die Lokalredaktion nach Indien outgesourct wird, darüber habe ich hier (und hier in der «Readers Edition») berichtet. Viele Unternehmen delegieren die meisten Kommunikationsaufgaben ebenfalls an Agenturen und andere spezialisierte Dienstleister. Warum also nicht auch das Führen des eigenen Corporate Blogs auslagern? Diese Meinung jedenfalls vertritt Jeremy Wright, Verfasser des englischen Fachbuchs «Blog Marketing» - also gewissermassen das englischsprachige Pendant zu Klaus Eck mit seinem «Corporate Blogging».

In einem Interview mit der indischen «The Hindu» erläutert Wright, es sei nicht verwerflich, wenn Unternehmen ihren Corporate Blog analog zu den anderen Kommunikationsmassnahmen an Spezialisten auslagern. Allerdings gibt er zu bedenken, dass dabei ein Teil der «Magie» verloren gehen kann:

«When you outsource blogging it ends up sounding intensely impersonal (because it is!). Still, this will become fairly standard practice because blogging internally would cause a slight shift in corporate culture and perspective - a shift many companies will try to avoid.»

Wenn es aber die Unternehmenskultur zulässt, dann gibt es zwei Wege, um das Bloggen im eigenen Haus zu professionalisieren. Einerseits können Blogger in die PR-Abteilung oder Social Media Marketers ins Marketing berufen werden. Andererseits könnte es aber auch ausreichen, die bestehenden Mitarbeiter der zuständigen Bereiche im Blogging zu schulen.

Wright vertritt zudem die Meinung, dass vielen Führungskräften sowohl die Zeit (er geht von zwei bis vier Stunden Aufwand pro Woche für ein seriöses Corporate Blog aus) als auch und vor allem die Begeisterung fehlt, um selber zu bloggen:

«In addition, many executives have lost a true sense of passion, authority and responsibility - things that are absolutely key for successful blogging. That doesn't mean executives can't blog - it's just that being an executive doesn't automatically qualify you for blogging, but neither does it disqualify you.»

Auf die Frage der Zeitung, ob denn die Trennlinie zwischen Corporate Blog und PR nicht zu dünn sei, sagt Wright, dass sich eine saubere Trennung zwischen Blog und PR nur dann bewerkstelligen lässt, wenn nicht die PR-Menschen im Unternehmen den Blog führen.

«The blog team's job should be to express opinion, show passion and give a window into the company. The PR team's job is to do larger announcements and get media play day in and day out. The teams will obviously work together on occasion [...], but maintaining the distinction means that PR is able to properly do their job without worrying about the muddiness of blogging - while also empowering the blogging team to truly find a voice without having to worry about the PR implications.»

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Von Michael Gisiger

 

Kommentare

Matthias

Hier wäre doch zusätzlich zu berücksichtigen, wie groß das jeweilige Unternehmen ist und welcher Branche es angehört.

So sollte ein Verlag sein Blog besser nicht outsourcen, da das schon etwas komisch wirken könnte. Und kleine Unternehmen verfügen meist nicht über das Budget für eine externe Beauftragung.

Meine Empfehlung: Selber bloggen und ggf. weitere, externe Blog-Autoren dazu nehmen. So bleibt die Authentizität weitgehend gewahrt und das Blog kann über mehr qualifizierte Beiträge auch mehr Trafic anziehen.

Rendenbach

...eine entsetzliche Sprache!!
Gruß, Rendenbach

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