Die bekannte kanadische Globalisierungskritikerin Naomi Klein («Die Schock-Strategie», «No Logo!»
) - deren Meinung ich ansonsten nicht teile - erklärt in einem Interview mit dem französischen Projekt MediaPart, warum sie in Blogs und dem Bürgerjournalismus allgemein eine sinnvolle Ergänzung des investigativen Journalismus sieht. Für Klein sind Blogs längst zu einem alternativen Medium geworden, die Skandale nicht nur ans Licht bringen können, sondern über eine Zuspitzung der Berichterstattung in den etablierten Medien auch mehr bewegen können als der Mainstream. Bürgerjournalismus kann laut Klein «aus Fakten eine Geschichte machen». Geschichten, die der traditionelle Journalismus heute nicht mehr bringt, weil er das Storytelling verlernt hat.
«Oft liegt es an der Darstellungsweise, wenn der Schock ausbleibt. Es kommt darauf an, wie man eine Geschichte erzählt. Das Aufzählen von Fakten reicht nicht. Der Verlust der Erzählung, der Verlust einer gemeinsamen Geschichte versetzt uns in einen Schockzustand. Deswegen sind Blogs so aufregend, weil sie Informationen, die an sich anti-erzählerisch sind, in einen Kontext stellen. Was der Bürgerjournalismus unglaublich gut kann, ist aus Fakten eine Geschichte machen.»
» Drucken 03.03.2008. 11:12
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