
Linux auf dem Handy: Wer macht das Rennen? (stock.xchng)
Vergangene Woche hat mit dem Linux Phone Standards Forum (LiPS) eine der drei grossen Industrie-Iniativen für mobiles Linux auf dem Handy das Handtuch geworfen. Wie bekannt gegeben wurde, wird LiPS im Juli dieses Jahres in die LiMo Foundation eingegliedert. Die beiden Organisationen stellen den Zusammenschluss als logischen Schritt in einem allgemeinen Trend zur Vereinheitlichung von mobilen Linux-Plattformen dar. Die Bündelung der Ressourcen werde das Entstehen gemeinsamer Spezifikationen für mobiles Linux und deren Umsetzung beschleunigen. In der Tat ist in letzter der Markt für öffene Handy-Betriebssysteme in Bewegung geraten. Neben LiMo arbeitet auch die hinter Googles Android-Plattform stehende Open Handset Alliance an einem Linux für Mobiltelefone. Zudem sind beide nach der vollständigen Übernahme durch Nokia nun auch mit einem offenen Symbian OS konfrontiert.
LiPS hat sich über drei Jahre um Standardisierung und Entwicklung im Bereich mobiles Linux bemüht. Jedoch kommen beide, LiPS wie LiMo, nur im Schneckentempo voran und haben bislang nur wenig erreicht. Im ersten Quartal 2008 sind weltweit weniger als drei Mio. Linux-Handys verkauft worden, in einem Markt, der sich auf geschätzte 1.3 Mrd. Geräte im Jahr 2008 belaufen wird. Die Analysten bei Gartner räumen auch der gestärkten LiMo Foundation wenig Chancen ein und bevorzugen klar Android. Bis zur Ankunft von Android sei der Standardisierungsprozess für mobiles Linux langsam, fragmentiert und ineffektiv gewesen, liessen sie verlauten. Die Übernahme von LiPS werde LiMo nur sehr wenig helfen. Da sich der umkämpfte Markt von der Plattform an sich hin zu den Anwendungen bewege, liege der Vorteil nun klar bei Android. Mit Google im Rücken habe Android einen Starken Partner, der sich auf die Entwicklung von Anwendungen versteht.
Die britischen Marktforscher von ABI erwarten, dass Linux 2013 einen Anteil von 23 Prozent am Smartphone-Markt haben und die zweitverbreitetste Lösung nach Symbian sein wird. Zwar wird Symbian weiterhin an der Spitze bleiben, trotzdem dürfte Marktführer Nokia unter Druck geraten. Vor allem in Amerika, wo der Marktanteil 2007 nur vier Prozent betrug, könnte Linux Symbian endgültig vom Markt verdrängen.
Quellen: gartner, abi, pte
» Drucken 01.07.2008. 08:53
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