Open Source und Wertschöpfung

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Open Source trotzt der Finanzkrise. (stock.xchng)

Die Entwicklung von Linux stellt einen enormen wirtschaftlichen Wert dar. Zu diesem Schluss kommt die Studie «Estimating the Total Development Cost of a Linux Distribution», die letzte Woche von der Linux Foundation (LF) veröffentlicht wurde. Konkret wäre der Studie zufolge bei heutigen Entwicklungskosten ein Aufwand von rund 10.8 Mrd. Dollar nötig, um die von Red Hat unterstützte Distribution Fedora 9 zu entwickeln. Den Erfolg des gemeinschaftlichen Entwicklungsmodells sieht man bei der LF auch durch die grosse Zahl neuer Linux-basierter Geräte bestätigt. Derweil wird die Finanzkrise, die in vielen Unternehmen auch die IT-Budgets knapper werden lässt, quelloffenen IT-Lösungen neuen Aufwind verleihen.

Allein in den letzten beiden Jahren haben der Studie zufolge über 3'200 Entwickler aus 200 Unternehmen zum Linux-Kernel beigesteuert. Dazu kommen noch die vielen Beiträge zu kompletten Distributionen. Um den Wert von Linux zu unterstreichen, verweist Amanda McPherson, VP Marketing and Developer Programs der LF, auf Netbooks wie den eeePC, Amazons E-Book-Reader Kindle und Googles Handy-Plattform Android und fragte: «Wären all diese Produkte ohne Linux möglich?» Monopolistische Softwarefirmen hätten früher die Möglichkeit gehabt, hohe Forschungs- und Entwicklungsbudgets aufzustellen und damit die Konkurrenz aussen vor gehalten. «Angesichts der Kosten, die mit der Entwicklung eines Betriebssystems wie Linux verbunden sind, fragt man sich, ob proprietäre Unternehmen das je wieder alleine wagen werden», meinte McPherson.

Finanzkrise positiv für Open Source

Ohne IT laufen heute keine Kerngeschäftsprozesse mehr. Moderne Systemmanagement-Lösungen überwachen die vorhandenen Systeme im Netzwerk und helfen, die oftmals historisch gewachsenen heterogenen IT-Landschaften zu beherrschen und die Gefahr von Problemen zu reduzieren. Allerdings liegen die Kosten für kommerzielle Lösungen bereits für kleine Systeme im sechsstelligen Bereich. Dazu kommen hohe jährliche Kosten für Service und Support im fünfstelligen Bereich. In Zeiten knapper Budgets steigt somit das Potenzial für Open Source-Lösungen: Marktexperten errechneten auf drei Jahre eine Einsparung von 30 bis 35 Prozent der Gesamtkosten. Allein die Initialkosten für Open Source-Lösungen sind deutlich geringer, da keine Lizenzgebühren anfallen. Auch die Folgekosten für Wartung und Anpassungen sind niedriger, weil die Systeme einfach und flexibel erweiterbar sind. Unternehmen, die Open Source Lösungen einsetzen, sind unabhängig von willkürlichen Preiserhöhungen grosser Hersteller und haben zudem den Vorteil, dass sie ihre Lösung bei Bedarf individuell weiter entwickeln können, wenn etwa künftige Anforderungen Erweiterungen oder Änderungen notwendig machen. Sie haben den Quellcode der Lösung im Haus und sind damit wesentlich flexibler als Unternehmen mit lizenzierten Produkten.

Bereits im Februar 2008 hatten die Analysten von Gartner Open Source als eine der Top-Ten-Entwicklungen der kommenden Jahre identifiziert und prophezeit, dass Unternehmen, die diesen Trend verschlafen, einen entscheidenden Wettbewerbsnachteil haben werden. Im April 2008 prognostizierte Gartner in seiner Studie «The State of Open Source 2008», dass bis 2012 mehr als 90% der Unternehmen Open Source direkt oder in kommerzieller Software eingebettet verwenden werden.

Quellen: lf, gartner, pte

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| Artikel drucken Drucken | 28.10.2008 10:28

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