Linux kommt und geht

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Linux: Rückschlag in Wien, aber auf dem Handy im kommen. (stock.xchng)

Ein herber Schlag für die Linux-Gemeinde: Ein Vorzeigeprojekt der Stadt Wien für den Einsatz von Linux in der Verwaltung wird auf Windows Vista umgestellt. Auslöser ist - einmal mehr - die Verfügbarkeit von Software nur für Windows. Das Marktforschungsunternehmens ABI Research sieht jedoch eine neue Chance für Linux im Mobilfunkbereich. ABI erwartet, dass bis 2013 insgesamt fast ein Viertel aller Smartphones unter Linux laufen wird, was das offene Betriebssystem zur Nummer zwei hinter Symbian OS werden lässt.

Die Stadt Wien wird insgesamt 7.6 Mio. Euro für die Beschaffung von Lizenzen für Vista und Office sowie Serversoftware inklusive der Aufrüstung älterer PC-Systeme ausgeben. Betroffen sind jene 720 Computer, die in Kindergärten zum Einsatz kommen. Grund für den Wechsel zurück zum proprietären Betriebssystem Windows ist die Anschaffung einer Software für Sprachtests, die aktuell nur unter dem Microsoft-System läuft.

Wienux in Wien, LiMux in München

Das Projekt Wienux läuft seit 2005. Die Stadt Wien bietet seitdem seinen Angestellten die Wahlmöglichkeit zwischen einem Linux- oder Windows-Betriebssystem. Weiter werden Open Office als Ersatz für Microsoft Office sowie Firefox für den Internet Explorer installiert. Von den 32'000 Rechnern der Stadtverwaltung laufen jedoch gerade einmal 1'000 mit Linux. Open Office ist immerhin schon auf 15'000 PC installiert.

Ein ähnliches Projekt läuft in München. Dort läuft das LiMux-Projekt seit rund eineinhalb Jahren. Umgestellt sind dort mittlerweile ebenfalls rund 1'000 Rechner, allerdings umfasst die IT-Infrastruktur auch nur 14'000 Computer. Der Unterschied zwischen den beiden Linux-Projekten ist vor allem, dass in München die Referate selbstständig für die eigene IT-Planung und den IT-Betrieb verantwortlich sind, während in Wien ein Rechenzentrum zentral für die Umstellung zuständig ist. In der Schweiz stellt aktuell der Kanton Solothurn seine Verwaltung auf Linux um und in den Genfer Schulen werden ebenfalls Linux-Rechner aufgestellt.

Linux wird mobil

Auch im Mobilfunkbereich ist Linux auf dem Vormarsch. Mit der LiMo Foundation und der hinter Googles Android stehenden Open Handset Alliance (OHA) zwei starke Konsortien im Rennen. Die britischen Marktforscher von ABI erwarten, dass Linux 2013 einen Anteil von 23 Prozent am Smartphone-Markt haben und die zweitverbreitetste Lösung nach Symbian sein wird. Zwar wird Symbian weiterhin an der Spitze bleiben, trotzdem dürfte Marktführer Nokia unter Druck geraten. Vor allem in Amerika, wo der Marktanteil 2007 nur vier Prozent betrug, könnte Linux Symbian endgültig vom Markt verdrängen.

Quellen: pte, abi

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| Artikel drucken Drucken | 05.06.2008 11:07

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