«Chaos im Software-Markt»

Zerstört Open Source den Software-Markt? (stock.xchng)
Open Source zieht eine Spur der Verwüstung durch den Software-Markt. So lautet die provokante These der Marktforscher der Standish Group. Der Studie «Trends in Open Source» zufolge sorgt Open Source-Software (OSS) für jährlich 60 Mia. US$ Umsatzverlust bei Software-Unternehmen. Umfassende Auswirkungen auf die Wirtschaft sieht der Verwaltungsratspräsident der Standish Group, Jim Johnson: «Open-Source-Software verursacht Chaos im Software-Markt.» Auch wenn sich das Zitat negativ anhört, die Studie kommt zu einem eindeutigen Ergebnis zugunsten freier Software: Die Open Source-Bewegung siegt auf ganzer Linie. Nicht nur der Preis sei entscheidend, sondern auch die Sicherheit.
Untersucht wurden die Entwicklung von Open Source-Produkten in Unternehmen und Behörden. Zugrunde lag eigenes Studienmaterial, zu einzelnen Themen wurden Anwender befragt. Insgesamt sieht die Standish Group zehn entscheidende Antriebsmomente, warum IT-Entscheider sich für Open Source entscheiden: Auch IT-Verantwortliche folgen der Mode, und den Analysten zufolge liegt Open Source seit Jahren im Trend. Die Tendenz geht dabei vom Newcomer aus der «Geek»-Ecke hin zur etablierten Lösung. Einen weiteren starken Motor sehen sie in der weltweiten grossen Community von Entwicklern. Diese bewirkt eine hohe Entwicklungsgeschwindigkeit, die freie Software weiter vorantreibt. Auch die hohe Qualifikation der Entwickler betrachten die Marktforscher als Treiber. Weitere Antriebsmotoren, die die Studie ausführlich beleuchtet, sind Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit, Support, die Anfangskosten sowie die Betriebskosten.
Bei der Sicherheit die Nase vorn
Beim Thema Sicherheit stellten die Marktforscher zum Beispiel Red Hat Linux dem Microsoft Server gegenüber und fragten die Anwender nach ihrer Einschätzung bezüglich Sicherheit: 71 Prozent der Befragten hielten Microsoft für weniger sicher, 28 Prozent für etwa gleichrangig und nur ein Prozent glaubten an die Überlegenheit von Microsoft. Ähnlich sieht es bei anderen Produkten aus: Die quelloffene Datenbank MySQL gilt bei 79 Prozent der Befragten als ebenso sicher (52 Prozent) oder besser (29 Prozent) als die vergleichbare, proprietäre Datenbanksoftware Oracle DB2.
Quellen: Standish, PC Welt, Linux Magazin, Gulli
» Drucken 23.04.2008 11:53
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