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WebTV: Im Mainstream angekommen?

Testbild
Bald Funkstille bei TV-Sendern wegen WebTV? (stock.xchng)

Laut einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants hat sich WebTV von seiner Nischenposition befreit: Das Medium, das bisher vor allem von Teenagern genutzt wurde, hat sich zum ernsthaften Rivalen für die Unterhaltungsindustrie im Netz gemausert. 2007 wurden in den USA 66 Prozent mehr Videos über das Internet abgerufen als im Vorjahr. Insgesamt wurden über 10 Mia. Videos über das Internet geschaut. In Deutschland liegt die Zahl bei 2.1 Mia. Der durchschnittliche WebTV-Seher in Deutschland verbringt bereits zwei Stunden am Tag an seinem Computer und schaut sich im Monat 90 WebTV-Videos an. Die Studie «WebTV insights and perspectives - A web 2.0 phenomenon is coining new TV usage patterns» belegt, dass das WebTV fester Bestandteil des Home Entertainment wird.

WebTV wird somit den etablierten TV-Playern unmittelbar Konkurrenz machen, sobald es sich auch auf dem Fernsehbildschirm etabliert hat. WebTV lockt mit Interaktivität, Verfügbarkeit nach Bedarf und umfassenden Kommunikations- und Personalisierungsmöglichkeiten. Dieser Trend wird sich noch verstärken, weil der grösste Teil des WebTV-Angebots werbefinanziert und damit auch künftig für die Endverbraucher kostenlos bleiben dürfte.

Top 5 WebTV Players by Country

WebTV wird grösstenteils kostenfrei bleiben

Langfristig wird WebTV aus Verbrauchersicht sogar vollständig mit IP-TV verschmelzen. Steigende Bandbreiten ermöglichen bessere Bildqualität von WebTV. Gleichzeitig integrieren IPTV-Anbieter zunehmend Browser-Funktionen in ihr Angebot. Zwar ist WebTV prädestiniert für Premium- und Qualitäts-Inhalte für Nischensegmente. Aber der überwiegende Teil des Angebots wird auch künftig wahrscheinlich kostenlos bleiben. Werbefinanzierte Modelle für teure Premium-Inhalte sind in den USA bereits Realität. Die Bereitschaft der Verbraucher, für Inhalte zu zahlen, wird deshalb abnehmen. Gleichzeitig wird die Akzeptanz der Werbung zunehmen, da diese aufgrund personalisierter Zielgruppenansprache relevanter wird.

Neun Kernaussagen der Studie

1. WebTV spielt bereits heute eine Schlüsselrolle im Web Entertainment.
2. WebTV-Konsumenten sind wirtschaftlich sehr attraktiv.
3. User Generated Content ist zwar nicht tot, aber kommerzielle (Premium-)Content-Angebote sind wieder auf dem Vormarsch.
4. Der grösste Teil des WebTV-Angebots dürfte auch in Zukunft kostenlos bleiben.
5. Kurze Formate und bedarfsweiser Zugang werden dafür sorgen, dass WebTV zügig Einzug in mobile Endgeräte findet.
6. Durch integrierte Endgeräte wird WebTV zu einem festen Bestandteil des Home Entertainment.
7. WebTV wird den etablierten TV-Sendern direkt Konkurrenz machen, sobald es auch auf dem Fernseher verfügbar ist.
8. WebTV wird langfristig mit IP-TV verschmelzen.
9. Traditionelle Medienunternehmen und Telekommunikationsanbieter müssen jetzt reagieren, um zu verhindern, dass WebTV-Unternehmen ihre Marken beim Verbraucher zu sehr etablieren.

Die Studie kann hier kostenlos ohne Registrierung als PDF (905 kB) auf Englisch heruntergeladen werden.

Quellen: Roland Berger, presseportal

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» Drucken 27.08.2008. 10:47

LD on 27.08.2008. 13:47

Grundsätzlich hat die Studie sicher Recht, bringt aber keine neuen Erkenntnisse. Die Aussagen sind keinesfalls neu, sondern widerspiegeln die zu erwartende Entwicklung, die sich logisch konsequent aus der technologischen Entwicklung ergibt.

Die steigende Akzeptanz der Werbung ist jedoch mehr ein Wunsch der Werbewirtschaft und wird es weiterhin bleiben. Meiner Wahrnehmung nach geht die Tendenz in die entgegengesetzte Richtung. Und WebTV auf mobilen Endgeräten ist genauso ein Rohrkrepierer wie seinerzeit WAP - aus praktisch denselben Gründen.

Ich denke, die Chance liegt vor allem in der Verschmelzung der Medien und den interaktiven Möglichkeiten im Internet. Aber auch diese Möglichkeit sollte nicht überstrapaziert werden.

LD on 28.08.2008. 11:59

Mobile TV ist, wenn der Bildschirm in die Fernbedienung integriert wird.

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