USA: Offensiver Cyberkrieg

Die USA wollen künftig auch offensive im Web vorgehen. (chinadaily)
Die USA bereiten sich laut einem Atrtikel des «Sydney Morning Heralds» nicht mehr nur auf defensive Massnahmen in der Cyberkriegsführung vor, sondern planen auch für allfällige Offensiven im Netz. Die virtuellen Angriffe der US-Streitkräfte sollen zunächst auf das Löschen und Stören feindlicher Daten-Paketen beschränkt werden. Weiter sind auch Szenarios denkbar in denen mit «Denial of Service»-Attacken gezielt Webseiten lahmlegt werden. Auch Steuerungssysteme von Kraftwerken oder Verkehrsleitsysteme könnten zu einem potentiellen Ziel werden.
Bevor es jedoch dazu kommt, braucht es eine formelle Kriegserklärung. Dieser Meinung ist Lt. Gen. Robert J. Elder Jr., designierter Kommandeur der sich im Aufbau befindlichen Cyberoperations der US Air Force (AFCYBER): «Was ist für uns ein Kriegsakt im Cyberspace? Das Militär wird das (virtuelle Angriffe) nicht tun, solange man keine Grenze überschreitet, die als Kriegsakt gewertet werden darf.»
Erste Offensive bereits gelaufen
Elder berichtete letzten Freitag an einer Tagung des New Yorker Ablegers der «Association For Intelligence Officers» (AFIO) zudem, dass während den ersten Tagen der Irak-Offensive bereits erste «rudimentäre Formen von Cyberangriffen» gelaufen seien. Dabei seien irakische Fernmeldesysteme und Netzwerke gezielt angegriffen und gestört worden. Interessant dazu ist ein Artikel von 2003 mit den Titel «Unleashing the dogs of cyber-war on Iraq».
Szenarien für den Ernstfall
Das Militär müsse in der Lage sein, ihren Auftrag auch dann noch zu erfüllen, wenn ein Grossteil der Computernetze ausgefallen ist. Darum müssten, so Elder, verschiedene Szenarien erarbeitet werden, um darauf vorbereitet zu sein. Zudem würde auch das forensische Wissen der Armee gezielt aufgebaut, um im Falle einer Attacke herausfinden zu können, wer wirklich hinter den Angriffen stehe.
Quellen: SMH, testticker
Nachtrag vom 07.07.08
Nicht nur die USA rüsten sich für den Cyberkrieg. Wie die «NZZ» heute berichtet, richtete die NATO in Estland ihr «Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence» (CCD-COE) ein, das vorab als Forschungs- und Ausbildungszentrum angelegt ist. Der Standort ist nicht zufällig gewählt: Estland wurde vor einem Jahr Opfer einer Attacke durch russische Nationalisten.
|
Drucken | 07.04.2008 14:50
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.


Das Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.
Kommentar schreiben