Swisscom versagte in Paris

System Failure
Swisscom liess in Paris die «Geeks» in der Kälte stehen. (stock.xchng)

Heute vor einer Woche fand in Paris die diesjährige Ausgabe der «LeWeb»-Konferenz statt. Kurz zusammengefasst: Es war kalt, es gab zuwenig Essen und - es gab kein Internet. OK, ich war nicht da, ich habe mir nur manche Live-Streams angeschaut. Daher kann ich hier nicht aus erster Hand berichten. Aber andere waren da. Man stelle sich vor, die grösste Konferenz in Europa zum Thema Web 2.0 und Social Media und das WLAN geht nicht. Und wer hät's erfunden bereitgestellt? Swisscom Conferencing Services. Peinlich, peinlich. Aber noch peinlicher ist die Reaktion von offizieller Seite.

Swisscom-Mediensprecher Sepp Huber bedauerte gegenüber inside-it.ch,

dass die hohen Ansprüche der Nutzer und des Veranstalters nicht erfüllt werden konnten. Swisscom analysiere derzeit die Ursachen. Huber legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Konnektivität entgegen anders lautenden Berichten über 80% der beiden Eventtage gewährleistet war und am zweiten Konferenztag nahezu reibungslos funktionierte. Die Konferenz hätte ein sehr komplexes Netz mit bis zu 1000 gleichzeitigen Internetnutzern erfordert, darunter seien auch viele "ausgesprochene Geeks und auch einige Hacker" gewesen. Abschliessend weist Huber auch darauf hin, dass Swisscom bei der Bereitstellung von Datennetzwerken im Ausland auch von externen Lieferanten abhängig sei und deshalb bis zu Beginn des zweiten Konferenztages leider nicht auf die effektiv benötigte drahtgebundene Konnektivität von 100Mbps zugreifen konnte.

Nein, sowas, an einer Web 2.0-Konferenz sind «Geeks» anwesend? Wer hätte das auch vorausahnen können? Die «Extasia» in Zürich findet bekanntlich auch jeweils ohne Pornodarsteller/-innen statt, oder? Michael Arringtion von TechCrunch, der wegen der miesen Organisation durch Seesmic-Gründer Loïc Le Meur mit diesem derzeit eine Privat-Fehde durchzieht, schreibt heute zurecht in einem Blogpost:

This is, to put it bluntly, a lie. A complete and total fabrication. And there are 1,700 people who attended the event that can verify this. [...]

But forget the Euro 100,000. Swisscom's actions damaged Le Web considerably. Sponsors and presenters were also damaged because they couldn't show their content on stage, and press couldn't cover the news. I wouldn't be surprised if some sponsors refused to pay their agreed fees.

In a perfect world Swisscom would be writing a check to Le Web for 10x the fee they tried to charge, just to make them whole. But I'm guessing the company included a standard limitation of liability clause in their contract with Le Web. That isn't bulletproof. Grossly negligent behavior, which is exactly what happened, would likely nullify the limitation. But that would require hiring lawyers and going to court, which is a nightmare and won't happen.

Dumm gelaufen, möchte man meinen. Ich denke mal, die Veranstaltung war einfach ein Schuh zu gross für unseren staatlichen Regiebetrieb Swisscom. Es steckt eben leider nicht überall Qualität drin, wo «Swiss Made» draufsteht ...

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| Artikel drucken Drucken | 15.12.2008 13:56

viella on 16.12.2008 20:41

Peinlich, peinlich... zur Ehrenrettung sei aber doch angemerkt, dass der "Regiebetrieb" die Vernetzung der Euro 08 in der Schweiz serh gut hingekriegt hat... Es kommt wohl auch hier drauf an, wer es tut (ich meine die Personen und nicht die Firma per se).
viella

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