Schweizer wollen Datenschutz

CCTV
Der Datenschutz ist den Schweizern ein Anliegen. (stock.xchng)

Drei Viertel der Schweizer sorgen sich um ihre Daten im Internet. Neun von zehn pochen auf Datenschutz in Unternehmen und Verwaltungen. Für knapp ein Fünftel ist die Privatsphäre gar ungenügend geschützt. Dies geht aus der repräsentativen Umfrage «Datenschutz in der Schweiz» hervor, die von Privatim, der Vereinigung der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, aus Anlass des 3. «Europäischen Datenschutztages» vom 28. Januar in Auftrag gegeben wurde.

So erachten es 26 Prozent der Befragten als sehr wichtig, 52 Prozent als wichtig, was mit ihren Daten im Internet geschieht. Am bedeutendsten ist der Datenschutz im Netz den 15- bis 34-Jährigen. 22 Prozent finden es zudem sehr wichtig und 69 Prozent wichtig, dass Unternehmen und Verwaltungen persönliche Daten schützen. Mehr als vier von fünf Befragten vertrauen öffentlichen Stellen (Polizei: 87 Prozent, Spitäler: 82 Prozent, Einwohnerämter: 81 Prozent), dass sie ihre Daten richtig verwenden. Unternehmen kommen deutlich schlechter weg. Ein Resultat, das mir persönlich nicht ganz geheuer ist, wenn ich da an die Negativ-Schlagzeilen zum Beispiel aus England denke.

Krankenkassen und Kreditkartenfirmen im Visier

Den Krankenkassen misstrauen 22 Prozent, 44 Prozent den Kreditkartenfirmen und 54 Prozent den Telecom-Anbietern. Generell erachten daher knapp 18 Prozent der Befragten den Schutz als ungenügend, 15 Prozent geben an, bereits mindestens einmal von Datenmissbrauch betroffen gewesen zu sein. Diesen hohen Anteil erachten die Datenschützer als «beunruhigend».

Laut Privatim widerlegt diese erste repräsentative Umfrage zum Datenschutz in der Schweiz, dass sich die Bevölkerung nicht um ihre persönlichen Daten sorge und Eingriffe in die Privatsphäre weiter zulasse. Mehr Transparenz und Wissen zu den Informations- und Kommunikationstechnologien werde daher in der Bevölkerung zu einer weiter wachsenden Forderung nach Datenschutz führen.

Insgesamt wurden im Januar von DemoScope 1'600 Personen in allen Schweizer Regionen befragt. Das PDF mit den Resultaten ist leider auf der Seite von Privatim nicht richtig aufgeschaltet.

Tagung in Zürich

Anlässlich des Datenschutztages führt das Europa Institut an der Universität Zürich erneut eine Tagung zum Datenschutzrecht durch. Diesmal steht die Bearbeitung von Kundendaten im Zentrum der Veranstaltung. Kundendaten sind wertvolle Daten - sowohl für die Wirtschaft als auch für die betroffenen Personen. Das revidierte schweizerische Datenschutzgesetz trägt dem Rechnung und stellt höhere Anforderungen an die Bearbeitung solcher Daten. Gerade die diversen Fälle von Datenverlusten und -pannen der letzten Zeit zeigen den Wert eines datenschutzkonformen Umgangs mit diesen Personendaten für das Image der Unternehmer. Teilnehmen an der Veranstaltung wird auch der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür.

Quellen: awp, privatim

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