Rückblick 2008: Medien & Internet

Wir schreiben bereits Tag sieben des neuen Jahres. Warum dann noch ein Rückblick auf das Jahr 2008? Obwohl an anderer Stelle bereits vieles gesagt und geschrieben worden ist, möchte ich doch die Gelegenheit nutzen, und in zwei Posts kurz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Dabei geht es mir um zwei Themenbereiche, die mich 2008 besonders interessiert haben: Medien & Internet sowie mobiles Internet. Starten wir also mit der, auch im Jahr 2008 immer noch gespannten Beziehung der klassischen Massenmedien zum Internet:

Das Internet hat die Medienwelt 2008 weiter auf Trab gehalten. Schlagworte wie Onlinespionage, Onlinesucht und Onlinewahlkampf sorgten für Aufsehen. Die Politik erfuhr durch Barack Obamas Internetwahlkampf eine neue Dimension. Statt klingelnder Kassen brachten sozialen Netzwerke vielmehr eine Debatte über Privatsphäre, Jugend- und Datenschutz ins Rollen, die nicht zuletzt durch Googles Monopolstellung immer wieder neu angefacht wurde. Schliesslich geriet auch die Filmbranche wie vor ihr die Musikindustrie vom Regen in die Traufe.

Datenschutz: Google in der Kritik

Google hatte 2008 mit besonders viel medialer Kritik zu kämpfen. Sowohl in Büchern wie Gerald Reischls «Die Google Falle» als auch den Medien wurde vor der Monopolstellung und der fragwürdigen Datenschutzpolitik des Internet-Giganten gewarnt. Zudem sorgten Produkte wie Street View und Google Earth aufgrund der detailgetreuen Abbildung von Gebäuden und Strassenzügen für Diskussionsstoff. Ungeklärt ist weiterhin die Frage, wie weit die Personalisierung von Diensten und der anonymisierte Handel mit persönlichen Daten gehen darf. Besonders der überraschende Start des hauseigenen Browsers Chrome wurde in der Blogosphäre sehr kritisch begleitet.

Erstmals erlebten 2008 auch Personensuchmaschinen wie 123People einen wahren Boom und gerieten damit von Beginn an ebenfalls ins Visier der Datenschützer. Weiter verhalfen auch beliebte Social Networks wie Facebook, MySpace und andere dem Sammeln und Verknüpfen persönlicher Daten zu Höhenflügen.

Facebook und Co.: Wo bleiben die Einnahmen?

Ebenfalls weiter ungeklärt blieb die Frage nach der Monetarisierung des Geschäftsmodells Social Network. Noch gelang es niemandem, den Boom der sozialen Netze in klingende Münze zu verwandeln. Zuletzt unternahm Facebook einen neuen Anlauf, um mit interaktiver Werbung mehr Geld zu verdienen, die Effektivität von Anzeigen in diesem Umfeld steht jedoch weiterhin in Frage. Denn die Akzeptanz von Werbung ist bei den Nutzern der Online-Netzwerke relativ gering. Ein schwieriges Umfeld also für die Werbebranche, zumal sie angesichts der schlechten Zeiten im neuen Jahr besonders auf Online-Werbung setzt: Der einzige Zweig, der offenbar weiter - wenn auch nur gering - zulegen kann.

Barack Obama: Der Fuchs im Hühnerstall der Medien

Der beispielhafte Onlinewahlkampf von Barack Obama in den USA hinterliess deutliche Spuren in der Medienlandschaft. Obama nutzte Internetplattformen, soziale Netzwerke und das iPhone auf bisher nie da gewesene Art und Weise und versammelte zuletzt eine weltweite Online-Fangemeinde um sich, die seinen Sieg im Web gleichermassen wie auf den Strassen feierte. Die klassischen Medien wie TV und Print versuchten verzweifelt, mit Obamas Wahlkampfmaschinerie Schritt zu halten. Viele Zeitungen richteten auf ihren Onlineplattformen umfassende Wahl-Specials ein. Vergeblich: Die Nase vorn behielten jedoch Twitter und Co.

Hollywood, Shmollywood: Lernresistente Branche kriselt

Weniger gut und schnell hat sich hingegen die TV- und Filmbranche mit dem Internet als neuem Distributionskanal angefreundet. Doch nach der Musikindustrie musste sich auch die Unterhaltungsbranche, allen voran Hollywood, in diesem Jahr zunehmend mit dem Boom von Online-Videoplattformen, Streamingangeboten und Downloadportalen auseinandersetzen. Neben Marktführer YouTube etablierte sich 2008 eine Reihe neuer Videoportale im Netz. Die Qualität der Angebote wurde verbessert und Streamingdienste wie Hulu verzeichneten erstklassige Beliebtheitswerte. Zuletzt sorgte YouTube mit der Ankündigung für Aufsehen, in Zukunft auch Spielfilme in voller Länge zu zeigen.

Soweit der erste Teil meines kurzen Rückblicks. Morgen dreht sich dann alles um das mobile Internet und den Gadgets dazu.

Tags:

| Artikel drucken Drucken | 07.01.2009 14:12

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.

Kommentar schreiben

:

:

:

Verwandte Artikel

    Kampagne

    Werbung

    LinkLift

    Über das Wortgefecht

    Dieser Blog befasst sich seit Februar 2007 schwerpunktmässig mit sozialen Medien (Social Media) und ihrem Einfluss auf die Welt des Marketings, der Public Relations und der traditionellen Medien. Daneben finden sich auch Beiträge rund um das Internet, über Open Source und Kommunikations-wissenschaft.

    » Blog-Portrait bei t3n.de

    Das Wortgefecht unterstützen

    Community


    » Das Wortgefecht auf Facebook


    » Folge dem Wortgefecht auf Twitter

    Abonnieren

    RSS-Feed abonnierenBleiben Sie auf dem Laufenden! Abonnieren Sie das Wortgefecht als RSS-Feed oder täglichen Newsletter.

    Auf Wortgefecht werben

    Sie möchten auf dem Wortgefecht werben? Gerne stellen wir Ihnen unsere Werbeformate näher vor.

    » Weiterlesen

    Die Agentur

    Wortgefecht - Agentur für soziale MedienUnabhängige Beratung 2.0 - Kommunikation im Social Web für KMU, NGO und Selbständig-erwerbende.

    » Weiterlesen

    Das Wiki

    Wortgefecht-WikiDas Wiki befasst sich mit Social Media und deren Einfluss auf PR, Marketing und traditionelle Medien.

    » Weiterlesen

    Der Autor

    Michael Gisiger, geboren 1975, ist Digital Immigrant, Marketer und Social Media Evangelist.

    » Weiterlesen

    Sponsored Links:  Gormiti |  Prepaid Mobilfunk-Discounter |  Blau.de Mobilfunk-Discounter |  Flyer drucken. | 
    Computer & Internet | Business & Karriere | Marketing & PR | SEO & SEM | Social Media