Onlinesucht nimmt zu

Medical

«Aus gesundheitlicher Sicht hat die suchtartige Nutzung des Internets an Gewicht gewonnen. Vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene zeigen häufiger ein sich verlierendes, entgleitendes und in Extremfällen psychopathologisch auffälliges Online-Nutzungsverhalten insbesondere in Bezug auf Online-Spielewelten.» Zu dieser ernüchternden Einschätzung kommt der aktuelle Drogenbericht der deutschen Bundesregierung. Verschiedenen Studien zufolge seien in Deutschland derzeit drei bis sieben Prozent der Internetnutzer onlinesüchtig, ebenso viele seien stark gefährdet. Die Dunkelziffer liegt dabei aber sicherlich noch höher. Einige Untersuchungen gehen bereits von rund zwei Mio. Internetabhängigen in Deutschland aus. Die Zahl der Betroffenen steigt dabei kontinuierlich an.

Wie dem von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, vorgestellten Bericht zu entnehmen ist, weisen Onlinesüchtige nahezu vollständig dieselben Symptome auf wie andere stoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen. Was jetzt noch fehle, sei eine offizielle Anerkennung des Krankheitsbildes Onlinesucht.

Doch keine stoffgebundene Sucht?

Die Fachleute streiten sich jedoch darüber, ob die Onlinesucht eine stoffgebundene oder doch vielmehr eine Verhaltenssucht (behavioural addiction) ist. Bei letzterer, empirisch noch kaum untersuchten Suchtform tritt das Verlangen, ein Verhalten auszuüben, an die Stelle der Einnahme psychotroper Substanzen wie Alkohol oder Drogen bei einer stoffgebundenen Sucht. So gesehen muss die Feststellung des Drogenberichts in Frage gestellt werden.

Hilfe für Betroffene

Um Betroffenen und ihren Angehörigen bei ihrem Umgang mit dem Phänomen Onlinesucht zur Seite stehen zu können hat das Selbsthilfe-Portals Onlinesucht.de (HSO) eine Broschüre herausgegeben. Mit diesem Ratgeber soll nicht nur zum Nachdenken angeregt werden, sondern auch konkrete Erste-Hilfe-Massnahmen bekannt gemacht werden. Interessierte können die Broschüre jederzeit zum Preis von 1.50 Euro bestellen.

Quellen: pte, bundesregierung.de

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| Artikel drucken Drucken | 19.08.2009 18:22

rainer on 02.09.2009 19:46

Klar, dass jegliche Sucht "zunimmt": Sonst könnten ja die schönen Subventionen geringer ausfallen! Und deshalb nimmt jedes Jahr Rechtsradikalität zu, gibt es immer schlimmere Alkoholorgien, etc. Gibt es eigentlich schon "Therapien" auf Krankenschein?

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