Management bremst Web 2.0

Die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes sozialer Medien wie z.B. Blogs oder Wikis im Unternehmenskontext werden in Europa aufgrund von Informationsdefiziten bei den Führungskräften und Entscheidern meist nicht ausgeschöpft. Zu diesem Schluss kommt die Studie «BEA Mashup the Enterprise Survey» von BEA Systems. Das mangelnde Verständnis lässt oftmals Investitionen ins so genannte Enterprise Social Computing bereits im Vorfeld scheitern. Zudem hegen viele Entscheider Sicherheitsbedenken. Für den Einsatz von sozialen Medien spricht für die Befragten vor allem die Verbesserung des Kundendialogs.

Sicherheitsbedenken im Vordergrund

Eine Mehrheit von 57 Prozent der befragten Unternehmen beklagt vor allem Wissensdefizite und fühlt sich unzureichend über Web 2.0-Anwendungen, deren Einsatz und den Nutzen informiert. Neben dem Informationsdefizit gibt es jedoch noch weitere Gründe, die viele Unternehmen zögern lassen, den Einsatz sozialer Medien zu forcieren. Laut Studie befürchten 23 Prozent der befragten Unternehmen Probleme im Hinblick auf die Kontrolle veröffentlichter Inhalte. Ein weiterer Grund sind Sicherheitsbedenken, die in rund jedem fünften Unternehmen (21%) den Web 2.0-Enthusiasmus bremsen. In Deutschland und in Frankreich ist die Sorge um die Sicherheit besonders gross. Dort sind jeweils rund ein Drittel (33% bzw. 32%) der Befragten, die durch den Einsatz von Web 2.0-Technologien negative Folgen für die Datensicherheit befürchten.

Gründe für Social Media

41 Prozent der befragten Unternehmen nennen als wichtigsten Grund zum Einsatz sozialer Medien die damit einhergehenden Möglichkeiten zur Intensivierung des Kundendialogs und Verbesserung der Kundenbeziehungen. Weiterhin ein wesentlicher Grund zum Einsatz von Enterprise Social Computing ist für rund vier von zehn Befragten (38%) die Automatisierung von Geschäftsprozessen und dadurch Kosten einzusparen. Ein weiteres Drittel (31%) der Unternehmen sieht in Web 2.0-.Technologien ein wirkungsvolles Instrument zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Unternehmen und 28 Prozent die Möglichkeit, einfachere Schnittstellen zu Partnern und/oder Zulieferern aufzubauen.

«Die neuen Web 2.0 Social Software Anwendungen wie Blogs, Wikis, soziale Netzwerke und Mashups werden zunehmend in Unternehmen eingesetzt. Sie haben das Potenzial die Produktivität der Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kommunikation, Forschung & Entwicklung und Human Resources massgeblich zu erhöhen», sagt Martin Percival, EMEA Senior Technology Evangelist bei BEA Systems.

Für die Studie wurden von Mai bis Juni 2007 insgesamt 321 Teilnehmer in Frankreich, Deutschland, Italien, Norwegen, Spanien, Schweden und Grossbritannien befragt. BEA Systems stellt zudem unter der Adresse http://en.terpri.se/ eine Reihe von Social Computing-Tools für Unternehmen zur Verfügung. Dort findet sich auch ein Corporate Blog.

Quellen: bea, perspektive-mittelstand.de

Mehr zum Thema

In meiner dreiteiligen Serie «Erfolgreich mit sozialen Medien» habe ich detailliert beschrieben, wie sich soziale Medien erfolgreich einsetzen lassen:

Die Marktforscher von Melcrum haben sich mit der Situation in den USA beschäftigt, wo die Akzeptanz deutlich höher ist. Forrester hat zudem kürzlich einen Report zur Nutzerakzeptanz von sozialen Medien in Europa veröffentlicht.

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| Artikel drucken Drucken | 11.09.2007 10:33

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