HTML 5: Browser statt OS

HTML 5

Der neue Standard HTML 5 wird das Internet nachhaltig verändern. Diese Meinung vertrat Eric Schmidt, CEO von Google, an der Entwicklerkonferenz «Google I/O 2009» in San Francisco. Der neue Standard der Auszeichnungssprache HTML werde Webbrowser anstelle von Betriebssystemen zur entscheidenden Umgebung für Applikationsentwickler machen. Der vom W3C-Konsortium entwickelte HTML5-Standard wird zusätzliche Anwendungs-, Struktur- und Datenelemente zur Verfügung stellen. Ein Canvas-Tag soll eine Zeichenoberfläche für 2D- und 3D-Zeichnungen zur Verfügung stellen. Die in HTML 5 enthaltenen APIs werden auch die Einbindung von Video- und Audiodaten in Webseiten erleichtern. HTML 5 könnte sogar Adobes Flash überflüssig machen.

HTML 5 soll sowohl der Schnittstellenspezifikation DOM entsprechen als auch XML-Formulierungen zulassen. Alle so in die Webseiten eingebundenen Elemente werden damit über JavaScript angesprochen und gesteuert werden können. Dazu wird ein Applikationscache den Betrieb von Webanwendungen auch dann ermöglichen, wenn das Endgerät offline ist. Angesichts des Trends hinzu mobilen Endgeräten werden auch die Neuerungen im Bereich Geolocation relevant sein. Bereits zu Beginn 2008 wurde ein erster Arbeitsentwurf des W3C veröffentlicht. Trotz einiger Folgeversionen ist jedoch nicht vor 2012 mit einer endgültigen Fassung von HTML 5 zu rechnen.

Schrittweise Einführung

In der Praxis spielt HTML 5 also noch keine Rolle. Viele Browser wie Firefox, Chrome oder Safari werden jedoch schon seit 2004 in Richtung offene Webstandards entwickelt und sehen sich im Vergleich mit Microsofts Internet Explorer im Vorteil. Für Microsoft sei die Adaption von HTML 5 problematischer, da für den Browser entwickelte interne Applikationen versagen könnten, sagen Experten. Allerdings kann sich Microsoft angesichts des wachsenden Marktanteils der Open Source Konkurrenzbrowser nicht mehr den offenen Standards verweigern und wird den Internet Explorer wohl oder übel standardkonform gestalten müssen.

Dass der Trend hin zum Webbrowser als entscheidende Entwicklungsumgebung für Applikationsprogrammierer durch HTML 5 weiter verstärkt wird, ist hingegen sehr wahrscheinlich. Die Browserentwicklung tritt also mit HTML 5 in eine neue Phase ein. So wird Mozillas Firefox schon in der Version 3.5 HTML 5-Video-Elemente unterstützen.

Quellen: google, w3c, pte

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