Die Free Software Foundation hat kürzlich mit der «GNU Affero General Public License Version 3» (GNU AGPLv3) eine neue Lizenz veröffentlicht. Diese basiert auf der normalen GNU GPL v3, unterscheidet sich von dieser aber dadurch, dass der veränderte Quellcode von Anwendungen auch dann Nutzern zur Verfügung gestellt werden muss, wenn diese die Software über das Internet nutzen. Das US-Unternehmen Funambol hat sich bereits dafür entschieden, seinen neuen Synchronisationsserver für mobile Endgeräte unter der neuen Lizenz zu veröffentlichen.
Anwendungen, die nicht mehr in vollem Umfang auf einem Gerät gespeichert werden müssen, sondern auf die über ein Netzwerk per Interface zugegriffen wird, werden immer wichtiger. Im Internet ist dies oft ein Webbrowser, häufig mit einem Plug-in wie etwa Java. Diese so genannte Software as a Service (SaaS) deckt die normale GNU GPL nicht ausreichend ab: Wer bislang eine Open-Source-Anwendung veränderte, konnte sie als Online-Dienst anbieten, ohne den veränderten Quellcode verfügbar machen zu müssen. Genau diese Lücke wird nun von der GNU AGPLv3 geschlossen. Der Lizenztext kann hier eingesehen werden (englisch).
Der Java-basierte Synchronisationsserver Funambol V6.5 ist derzeit in der Beta-Phase. Er unterstützt das Synchronsieren auch von Kontaktfotos und Multimediadaten und bietet verbesserte Push-E-Mail-Funktionen. Die Community Edition für Privatanwender ist Open Source. Sie wird voraussichtlich im Dezember offiziell unter der GNU AGPLv3 veröffentlicht. Funambol ist ein führender Hersteller von mobilen Messaging-Lösungen, die sowohl als Open Source wie auch als kommerzielle Software vertrieben werden.
Quelle: pte
» Drucken 30.11.2007. 11:38
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