Gefährliches Internet?

Laut der Umfrage eines Kinderhospitals in den USA mit dem Titel «The National Poll on Children's Health» stellt für die Befragten das Internet eines der grössten Gesundheitsrisiken für Kinder dar - noch vor Schulgewalt, Geschlechtskrankheiten, Missbrauch oder Vernachlässigung. Natürlich reagiert der Gesetzgeber postwendend.

Für 32 Prozent der befragten Frauen und 21 Prozent der Männer ist das Internet das grösste Problem, unabhängig vom Bildungsstand, vom Einkommen und vom Zivilstand. Angeführt wird die Liste vom Rauchen (40 Prozent aller Befragten), gefolgt vom Drogenkonsum (39 Prozent) und Fettleibigkeit (34 Prozent). Das Internet rangiert mit 26 Prozent auf dem siebten Platz.

Parental Health Concerns

Kein Wunder, überbieten sich doch die Medien seit einiger Zeit mit immer neuen Horrorgeschichten aus dem Web 2.0. Besonders MySpace und Co. stehen bei vielen unter dem Generalverdacht, ein Tummelplatz für Pädophile, Amokläufer und dergleichen zu sein. In der Studie (PDF) heisst es denn auch: «State and federal legislators appear to have responded to public concerns about Internet safety for children, considering new legislation and issuing consumer alerts.»

«Big Government is ready and waiting»

Wie immer, wenn die Volksgesundheit - und damit die klammen Staatskassen - bedroht ist, fühlt sich der Staat berufen, väterlich schützend seine Gesetzgebung in Gang zu setzen. Mehrere US-Bundesstaaten wollen nun Gesetze verabschieden, die den Zugang zu diesen Seiten für Jugendliche einschränken. Social Networks sollen in Zukunft das Alter ihrer Benutzer mit verlässlichen Methoden überprüfen. In welcher Form das Alter der Nutzer überprüft werden soll, ist in den Gesetzesvorlagen nicht festgeschrieben. In Connecticut steht das Gesetz kurz vor seinem Beschluss und in vier anderen Staaten sind ähnliche Initiativen in Bearbeitung. Altersverifikation über Internet wird in den meisten Fällen über offizielle Dokumente vorgenommen. Für Minderjährige sind diese Methoden jedoch nicht durchführbar, da diese weder Kreditkarten noch Führerscheine besitzen.

TechCrunch-Blogger Arrington urteilt aus seiner Sicht korrekt: «Big Government is ready and waiting to impose a raft of legislative rules and regulations on a future generation of Silicon Valley social networking start ups. Rules and regulations that will have a cost in terms of compliance and implementation, taking money away from R&D and making the pursuit of success by any affected start up that little bit harder.»

Am Ziel vorbei?

Möglicherweise sind die Ängste vieler Jugendschützer jedoch übertrieben, wie eine aktuelle Studie von Pew, «Teens, Privacy and Online Social Networks: How teens manage their online identities and personal information in the age of MySpace» (PDF), vermuten lässt. Diese ergab, dass mehr als die Hälfte aller Jugendlichen den Zugang zu ihren Internetseiten entweder beschränkt oder sensible Informationen wie Name und Adresse verschweigt. Ausserdem würden mehr als zwei Drittel die Kontaktversuche von Fremden einfach ignorieren. Zudem hätten die meisten jungen Menschen bereits eine gesunde Paranoia entwickelt, die sie vor unüberlegten Taten schütze.

Quellen: pte, pew

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| Artikel drucken Drucken | 07.05.2007 15:08

gis on 07.05.2007 18:49

Der ist einfach zu gut, um ihn hier nicht zu posten - zumal ich das Thema nicht ganz ernst nehmen kann:



(via bkmarcus)

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