Freie Netze für freie Bürger

Nein, keine Angst, dies wird kein Pamphlet im Stile der Autopartei selig ("freie Fahrt für freie Bürger"). In diesem Post geht es vielmehr darum, wie Freifunk-Netze uns alle aus der Abhängigkeit von ISPs, Telcos und Mobilnetzbetreibern befreien könnten. Diese Funknetz-Communitys zeigen uns einen alternativen und vor allem autonomen Weg auf: über zusammengeschlossene WLAN-Router stellen sie eine frei zugängliche Breitbandversorgung bereit. Solche Netze können aber nicht nur in den Ballungszentren installiert werden, sie könnten vielmehr auch in Infrastruktur-armen, weniger zersiedelten Gegenden nutzenbringend eingesetzt werden - sowohl hier wie in Entwicklungsländern.
Angesichts der akut grassierenden Überwachungsideen und der Datenschutzdebatte im Internet ist das Konzept eines privat aufgebauten, dezentralen Breitbandnetzes mit lokalen Servern und Diensten aktueller denn je. Denn ein solches Netz ist prinzipiell frei zugänglich und von überall innerhalb des gesamten Netzgebietes nutzbar. Voraussetzung ist allerdings, dass man selber einen WLAN-Knoten errichtet und zur Verfügung stellt.
Mesh-Routing für ein dezentrale Netz
Technisch gesehen handelt es sich bei den Knoten nicht um WLAN-Hotspots, wie es das Konzept von kommerziellen Anbietern oder etwa auch von Fon vorsieht. Vielmehr sorgt die eingesetzte Mesh-Routing-Technologie dafür, dass die eingespeiste Bandbreite über die WLAN-Knoten intelligent verteilt wird (vermaschte, sich selbstständig aufbauende und konfigurierende Ad-hoc-Netzwerke). Durch die bei jedem Knoten eingesetzten Funkantennen können sich die Knoten bis zu 30 Kilometer weit problemlos verknüpfen. Um eine optimale Netzabdeckung zu erreichen, muss das Equipment allerdings auf dem Hausdach montiert werden, was gerade in der Stadt ein gewisses Hindernis für potenzielle neue User darstellt.
Mittels dieser Technologie ist es zum Beispiel möglich, ein solarbetriebenes WLAN-Netz von Berg zu Berg aufzuspannen, um so auch entlegene Gebiete zu erreichen, die bisher von Breitbandtechnologien abgeschnitten sind.
Hier findet man weitere Informationen zum Thema Freifunk in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich.
Bildquelle: Wireless Africa
Quellen: pte, freifunk.net
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Drucken | 22.03.2010 19:48
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