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Zuschauerschwund beim TV

Remote Control
Immer mehr zappen online statt am TV. (stock.xchng)

Nicht nur die Holzmedien verlieren einen immer grösseren Teil ihres Publikums an das Internet. Auch andere klassische Einweg-Massenmedien wie das Fernsehen kämpfen gegen einen Reichweitenschwund. So hat zum Beispiel das US-Fernsehen im Vergleich zum Mai des Vorjahres rund sechs Mio. Zuschauer verloren. Dies liegt weniger daran, dass es in Amerika plötzlich vermehrt TV-Muffel und -Abstinente gibt. Vielmehr kann man eine Veränderung der Fernsehgewohnheiten beobachten: Vor allem jüngeres Publikum nutzt nun verstärkt Angebote wie kostenlose Webstreams, digitale Videorekorder oder Kabelfernsehen on demand. Hinzu kommen «illegale» Downloads in Tauschbörsen. Für die Sender ist dies ein Problem, da profitable Werbekunden nur durch gute Einschaltquoten angelockt werden können.

Unternehmen bevorzugen - trotz grossem Streuverlust - Fernsehwerbung aufgrund ihrer Unmittelbarkeit. Durch den zunehmend zeitverschobenen Konsum der TV-Inhalte geht dieser Vorteil langsam verloren und die Wirkung der Fernsehwerbung nähert sich zunehmend jener von Printwerbung an. Zudem lassen sich die Einschaltquoten, die entscheidend für den Verkauf von Werbeplätzen sind, immer schwieriger messen. Viele der populärsten Shows können einen 20- bis 25-prozentigen Anstieg der Zuschauerzahlen verzeichnen, wenn man DVR-Aufnahmen ebenfalls mit einbezieht. Der Anteil der On Demand-Zuschauer ist besonders in städtischen Gegenden in der Gruppe der 18- bis 49-Jährigen sehr gross. In manchen Regionen sieht die Hälfte der Zuschauer dieser Zielgruppe ihre Lieblingsserien nicht, wenn sie im TV ausgestrahlt werden, sondern zu dem Zeitpunkt, an dem sie will.

Alte Rezepte gegen den Wandel

Einige der Sender reagieren mit altbekannten Verhaltensmustern. Der Fernsehsender CW zum Beispiel hat auf die sinkenden Einschaltquoten reagiert, indem er den Online-Stream des Teenager-Dramas «Gossip Girl» von der sendereigenen Homepage genommen hat - mit mässigem Erfolg allerdings, zumal man die einzelnen Folgen weiterhin in Apples iTunes-Store kaufen kann. Andere hingegen gehen in die Offensive, wie die Macher von «South Park», die nun alle Folgen im Netz streamen.

Quellen: pte, accenture, nyt

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» Drucken 20.05.2008. 14:17

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