USA: Zeitungen in der Krise

Die dunklen Wolken verdichten sich weiter. (stock.xchng)
Der Zeitungsmarkt in den USA krankt gewaltig. Im Vorjahr haben die Nachrichtenangebote im Internet traditionelle Zeitungen nach Nutzung erstmals auf den zweiten Platz verwiesen. Wie der Jahresbericht 2009 des Pew Research Centers im Zuge des «Projects for Excellence in Journalism» aufzeigt, haben sich 2008 mehr Leser online als in Print-Ausgaben informiert. 2009 wird sich die Krise noch zuspitzen und den Medienwandel hin zu webbasierten Angeboten beschleunigen. Wegen den wegbrechenden Werbeeinnahmen wird sich zudem das Zeitungs- und Titelsterben weiter fortsetzen, so der Bericht.
Percentage Change in Audience, 2007-2008, Across Media
Die Gesamtauflage sowie die Erlöse von US-Zeitungen sanken 2008 weiter. Sie legten mit rund 48 Mio. Exemplaren pro Tag eine um 4.6 Prozent geringere Stückzahl auf und erwirtschafteten bei einem Umsatz von 38 Mrd. Dollar 14 Prozent niedrigere Gewinne als 2007.
Percentage Change in Ad Spending by Medium, 2007-2008
«Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts»
Die Liste der Problemfälle und Pleiten ist lang. Hier ein kurzer Ausschnitt:
- Die «San Diego Union-Tribune» musste jüngst von einem Privatinvestor gerettet werden-
- Der renommierte «San Francisco Chronicle» musste drastische Sparmassnahmen ankünden, um eine Pleite zu verhindern.
- Die «Seattle Post Intelligencer» gab vor wenigen Tagen die Einstellung ihrer gedruckten Version bekannt. Das Blatt wird künftig ausschliesslich als Web-Version erscheinen.
- Weitere Opfer der Krise: «Christian Science Monitor», «Cincinnati Post», «Kentucky Post» (nur noch online), «Rocky Mountain News» (eingestellt), ...
Online-Angebote sind damit die grössten Gewinner der Medienkrise. Der Nutzerzulauf der 50 wichtigsten US-Nachrichtenseiten konnte im Vorjahr um 24 Prozent zulegen, während die Zahl 2007 nur um acht Prozent kletterte. Zwar sind die Verbraucher weiterhin an Nachrichten interessiert, jedoch immer weniger bereit, dafür zu bezahlen. Darüber hinaus haben Zeitungen gegenüber Internetseiten ein schwerwiegendes Aktualitätsproblem. Die Leser sind nicht daran interessiert, bereits online konsumierte Nachrichten des Vortages in einer Print-Ausgabe des Folgetages wiederzufinden. Neben den Webseiten konnten auch Nachrichtensender im Kabelfernsehen von der Entwicklung profitieren.
Quellen: pew, pte
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Drucken | 20.03.2009 11:16
Hans-Dieter Zimmermann on 20.03.2009 12:04
Tja, manchmal hat man leider den Eindruck, dass Zeitungsmacher die letzten 15 Jahre verschlafen haben und kaum oder nicht bemerkt haben (oder nicht bemerken wollten), dass sich im Bereich der Medien gewaltig etwas tut. Die Konzepte zur Rettung sind zum Teil erheiternd. Meine Two Cents dazu findet man hier: http://blog.hdzimmermann.net/search/label/Zeitungen


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