
Gute Zahlen für die Schweizer Presse. Wie lange noch? (myswitzerland.com)
Der Verband Schweizer Presse (VSP) hat zum vierten Mal seine Medienbudget-Studie veröffentlicht. Demnach ist der Schweizer Medienmarkt weiterhin ein Wachstumsmarkt. Die Ausgaben der Haushalte für Medien stiegen 2007 um 6.6 Prozent auf 11.3 Mrd. Franken, das sind 3'276 Franken je Haushalt. 2006 waren es noch 3'137 Franken. Den grössten Teil, 6.2 Mrd. Franken, wurden für den Einkauf von Inhalten ausgegeben. Dies entspricht einem Plus von 3.5 Prozent. Einen Umsatzanstieg von 13.5 Prozent konnte die Medienbranche beim Verkauf von Geräten zur Mediennutzung verbuchen. Mehr Geld ausgegeben wurde dabei für mobilen Content und für Downloads von Medienservices. Vor allem der Internethandel mit Tonträgern, der um 86 Prozent zulegte, konnte davon profitieren. Der Buchmarkt schloss mit einem kleinen Plus von 2.5 Prozent das Jahr 2007 ab. Als Grund hierfür wird die am 2. Mai 2007 aufgehobene Buchpreisbindung genannt, die zu einem starken Preiskampf führte.

Ein schlechtes Jahr hingegen hat der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt durchlebt. Zwar hat jeder Haushalt im Durchschnitt noch 1.3 Abos, aber deren Gesamtzahl sank um 4.4 Prozent auf 2.7 Mio. Der Schweizer Medienmarkt ist eben wie kaum ein zweiter in Europa durch die Stärke der Gratiszeitungen (sechs Titel) und durch die Kleinteiligkeit an Zeitungstiteln geprägt. Die Mehrsprachigkeit des Landes bringt viele kleine Titel hervor, die regelmässig um ihr Überleben kämpfen müssen. Neben den Abbozeitungen mussten auch die Strassenverkaufstitel Absatzrückgänge hinnehmen. Das führt man beim Schweizer Presseverband darauf zurück, dass weniger Kunden die Läden frequentierten. Zudem kommt hinzu, dass in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich die Mehrheit der am Kiosk verkauften Titel aus dem Ausland stammen (drei von fünf Titeln).
Als zunehmenden Trend in der Schweizer Medienbranche macht die Studie aus, dass sich Werbung immer weniger an Reichweiten orientiere, sondern vermehrt an den Zielgruppen, die damit erreicht werden können. Werbetreibende interessiert immer stärker, in welchem Umfeld sie ihre Werbung schalten und für mehr Qualität ist man auch bereit, mehr Geld zu bezahlen. Zudem ist die Werbung aufgrund der Vielsprachlichkeit ohnehin schon teuer.
Quellen: vsp, pte
» Drucken 18.07.2008. 09:42
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