
Die Regionalzeitungen in Grossbritannien haben im vergangenen Jahr trotz starkem Ausbau ihres Online-Geschäfts massiv an Einnahmen verloren. Sinkenden Auflagen und Werbeeinnahmen führten zu Mindereinnahmen von rund 332 Mio. Euro. Eine aktuelle Studie der «Newspaper Society» (Medienmitteilung | Studie im PDF-Format), die rund 1'300 regionale und lokale Titel repräsentiert, hält fest, dass zwar die Anzahl der von den Mitgliedern betriebenen Webseiten um ein Drittel gewachsen ist - gleichzeitig jedoch fielen die Umsätze aus dem traditionellen Werbegeschäft in den Keller. Dieses Loch konnten auch die guten Ergebnisse im Online-Bereich nicht auffüllen.
Die Industrie spricht von 2006 von einem Tiefpunkt. Zwar können die meisten Regionalblätter im laufenden Jahr bereits wieder einen leichten Aufwärtstrend vermelden, aber es ist in jedem Fall noch ein weiter Weg, bis die steigenden Onlineumsätze eine tatsächliche Rettung für die Regionalzeitungen werden könnten. Wie es scheint, kämpfen auch in England die meisten Verlage mit dem Spagat zwischen Onlineauftritt und Printausgabe. Ich verweise an dieser Stelle gerne auf die Studie «Herausforderung Media 3.0» von Deloitte Deutschland, in welcher die Online-Auftritte der englischen Verlagshäuser als vorbildlich dargestellt werden. Das Internet kann ein nützliches Tool sein zum Beispiel für Kleinanzeigen mit Funktionalitäten, die es im Print nicht gibt. Daher ist das Web gerade auch für regionalen Verlage von Bedeutung. Aber ohne eine Neupositionierung wird es nur wenigen gelingen, mit den Einnahmen aus dem Online-Bereich die Verluste im Kerngeschäft zu kompensieren. Zumal die Konkurrenz in Grossbritannien nicht schläft: Die BBC plant, eine «ultra-local broadcasting and online services»-Strategie zu fahren.
Quellen: pte, newspapersoc
» Drucken 03.09.2007. 17:36
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