Schweizer Verlage: leicht ungenügend
Diese Woche analysiert Kurt W. Zimmermann in seiner «Weltwoche»-Kolumne die wichtigsten Kennzahlen der Schweizer Medienhäuser. Betrachten wir also Wertschöpfung, Performance und Produktivität der Schweizer Verlage (nicht nur ein kleiner Exkurs für erstsemestrige Studenten der Medienökonomie). Weil es so schön ist, heute ausnahmsweise unkommentiert - also alles nur geklaut.
» Kommentare (0) | 19.04.2007 11:43
Medienhäuser doch nicht gänzlich auf dem Holzweg
Die verkaufte Auflage sinkt in den Keller, Print ist tot - ja, wir wissen es jetzt. Auch der ständige Trauer-Sermon der verleger ist mittlerweile Allgemeingut. Wenn es also so ist, dass das klassische Verlagsgeschäft vom Web (2.0) bedroht ist - und einiges spricht dafür -, dann sollten sich die Akteure um neue Geschäftsmodelle bemühen. Offenbar tun sie das auch, in Deutschland sogar mit Erfolg.
Der «Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien» (BITKOM) hat gestern die neusten Besucherzahlen der 20 grössten deutschen Nachrichtenportale veröffentlicht. Hier die wichtigsten Zahlen im Überblick (kursive Hervorrhebungen von mir): «Im ersten Quartal 2007 hat die Nutzung von Nachrichten-Portalen im Internet ein neues Allzeithoch erreicht. Allein die 20 erfolgreichsten Seiten in Deutschland wurden in dieser Zeit insgesamt 896 Millionen Mal besucht. Das ist nicht nur ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sondern auch der höchste Quartalswert aller Zeiten. In den ersten drei Monaten 2006 erreichten die 20 erfolgreichsten Nachrichten-Seiten 796 Millionen Besuche, 2005 waren es 595 Millionen.»
» Kommentare (0) | 18.04.2007 15:40
Manche lernen es nie
Samuel Zell, US-Immobilien-Tycoon und dank seinem Kauf der Tribune Co. (unter anderem die «L.A. Times», die «Chicago Tribune» und 23 TV-Stationen) seit kurzem auch Möchtegern-Medienmogul, gehört zu jener Sorte Mensch, die es wohl nie lernen (wollen). Anlässlich einer Rede in Stanford sagte er, Zeitungsverlage könnten es sich nicht leisten, dass Online-News-Aggregatoren wie Google News ihre Inhalte kostenlos verbreiten:
«If all of the newspapers in America did not allow Google to steal their content, how profitable would Google be?»
Ehm, die Antwort darauf lautet: «Die Rentabilität von Google würde nicht darunter leiden.» Um es nochmals festzuhalten, Google stiehlt keine Inhalte. Die Aussage macht nur deutlich, wie wenig Ahnung der Mann von der Materie hat - ganz zu schweigen davon, dass die Autoren der «Washington Post» wahrscheinlich von Tuten und Blasen ebensowenig verstehen.
- Google News stiehlt keine Inhalte, es aggregiert nur die ersten 200 Zeichen (inklusive Leerschläge).
- Publisher können jederzeit die Aggregierung durch Google News einstellen.
- Google News veröffentlicht keine Werbung.
So gesehen hätte der Rückzug aller Zeitungsverlage keinen Einfluss auf den Gewinn von Google. Es hätte jedoch einen gewaltigen Einfluss auf den Verkauf von Werbeflächen durch die Verlage. Google News verweist nämlich den Traffic direkt auf die Seiten der Verlage, was deren Pageviews erhöht.
«If Sam Zell is the future of the newspaper industry then the newspaper industry is dead [...] Frankly, many newspapers deserve to die. If they can't adapt who cares--a new group of publications and communication devices will rise and fill the void.» (The Jason Calacanis Weblog)
» Kommentare (0) | 09.04.2007 08:21
IP-TV auf dem Vormarsch 2
Nach der Studie der Multimedia Research Group (MRG), über die hier bereits berichtet wurde, prognostiziert nun auch eine weitere Studie ein rasantes Wachstum des IP-TV. Einer aktuelle Studie der US-Marktforscher von iSuppli zufolge wird sich die Zahl der IPTV-Nutzer rund um den Globus bis 2011 jährlich verdoppeln und schliesslich auf 103 Mio. anschwellen. Im vergangenen Jahr haben dagegen gerade 3,9 Mio. Menschen auf IPTV-Angebote zurückgegriffen. Einen rasanten Aufwärtskurs sehen die iSuppli-Analysten auch bei den Umsätzen. 2011 könnten die Anbieter demnach mit Internetfernsehen bereits 3911 Mia. erlösen. 2006 hatten die IPTV-Umsätze gerade an der Milliardengrenze gekratzt. Auch für Europa sagt iSuppli rasante Zuwächse auf dem IPTV-Markt voraus. Hier sollen die Nutzerzahlen bis 2011 von derzeit knapp zwei Mio. auf 46.9 Mio. ansteigen.
» Kommentare (0) | 06.04.2007 08:07


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