Onliner lesen weniger Print

Passend zum gestrigen Post über die Langzeitstudie der BITKOM zur Reichweite von Newsportalen hier einige interessante Zahlen zu den Lesegewohnheiten der Onliner in den USA. Seit 2001 gaben die meisten Internetuser an, dass sie nicht weniger Printmedien konsumieren als früher. 2006 waren dies 70 Prozent (laut 2007 Digital Future Report des USC Annenberg School Center for the Digital Future). Im gleichen Zeitraum jedoch wuchs die Anzahl der User, die angaben, weniger Gedrucktes zu lesen von 19.3 Prozent (2001) auf 23.2 Prozent (2006). Offenbar, so das Institut der USC Annenberg, nutzen die Onliner langsam aber sicher weniger Printmedien, den Ersatz holen sie sich aber gleichzeitig auf den Internetpräsenzen der gleichen Quellen - also der traditionellen Medien. Anders ausgedrückt: Die Mediehäuser müssen, wie viele andere Unternehmen auch, durch eine konsequente Mehrkanal-Strategie ihren Kunden auch online einen Zugang zu ihrem Produkt gewähren. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das Internet zum wichtigsten Vertriebskanal auch in der Medienbranche wird.

USC Annenberg Findings

Das Fernsehen jedoch ist Vom steigenden Internet-Konsum nicht betroffen. Im Gegenteil, Studien legen nahe, dass vielerorts sogar mehr TV geschaut wird. Die Konsumenten haben offenbar ihre Mediennutzung repriorisiert und ihren TV-Gewohnheiten angepasst. Doch warum ist dies so?

Ein mögliche Erklärung liegt darin, dass bekanntlich immer mehr Printinhalte durch die Öffnung der ehemals kostenpflichtigen Archive nun kostenlos im Netz verfügbar sind. Im TV-Bereich sieht dies derzeit noch anders aus - die meisten Programminhalte sind auf legalem Weg kaum frei online verfügbar. Wenn sich dies in absehbarer Zeit ändert, werden die Zuschauer wohl den Lesern ebenfalls ins Internet folgen und auch der Fernsehkonsum wird sinken.

Quelle: eMarketer

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| Artikel drucken Drucken | 04.12.2007 11:08

LD on 04.12.2007 22:00

Das Resultat überrascht mich nicht. Diesen Trend kann ich schliesslich an mir selber bestens nachvollziehen. Aber wozu braucht man aufwendige Studien, um dies "wissenschaftlich" zu belegen? Anscheinend genügen gesunder Menschenverstand und Logik nicht allen. TV und Radio werden in absehbarer Zeit mit dem Internet verschmelzen, ausser wir laufen in die Netz-Infrastruktur-Krise.

Gruss,
LD

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