Old Media Backlash
Als vor gut zweieinhalb Jahren die amerikanische Autorin und Kolumnistin Arianna Huffington ankündigte, mit der «Huffington Post» einen Blog zu starten, ging ein Raunen durch die Szene. Ein Profi steigt in die Blogosphäre ein? Der Erfolg jedenfalls gibt Huffington recht. Der Blog ist heute weltweit die Nummer fünf bei Technorati. Die «Huffington Post» hat sich seit dem Start jedoch sehr gewandelt und steht heute für eine Entwicklung, die ich gerne den «Old Media Backlash» nenne. Was ist geschehen?
Als die HuffPo am 9. Mai 2005 startete, war es ein Projekt der Autorin Huffington und des ehemaligen AOL Time Warner Spitzenmanagers Kenneth Lerer. Heute präsentiert sich der «Blog», der laut eigenen Angaben über 3.5 Mio. Unique visitors im Monat zählt, als Unternehmen mit 43 Vollzeit-Angestellten. Darunter alleine neun Mitarbeiter, die sich um dn Verkauf von Werbung kümmern. Mit Sitz in Manhatten beschäftigt die HuffPo mittlerweile auch eine Handvoll traditioneller Journalisten für die Berichterstattung und hat mit SoftBank Capital genügend Venture-Kapital im Rücken.
Ist das noch ein Blog? Technisch gesehen ja - die Seite läuft mit Movable Type und bietet alles, was ein Blog auszeichnet: Kommentare, Feeds, die Anordnung der Beiträge nach Datum. Puristen jedoch werden die Frage verneinen. Besonders jene, denen Kommerz in der Blogosphäre ein Dorn im Auge ist.
Wiedergänger Old Media
Aber zurück zum Backlash, den man beobachten kann. Viele kommerziell erfolgreiche Blogs in den USA wandeln sich mehr und mehr zu umfassenden Online-Angeboten. Sie werden damit nicht nur Teil des Mainstreams, sonder stehen nun definitiv in direkter Konkurrenz zu den «New Media»-Anstrengungen der traditionellen Medienhäuser. Arianna huffington gibt sogar offen zu, mehr als nur ein Blog sein zu wollen: «Our goal is basically to become an online newspaper.» Die HuffPo steht damit nicht alleine da, andere wie zum Beispiel Gawker oder Talking Points Memo gehen diesen Weg.
Wenn einerseits die «New York Times» unzählige Blogs startet und andererseits die HuffPo Nachichten auf traditionelle Weise auf- und verbreitet, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Old und New Media. Damit haben Blogs erreicht, was CNN mit der 24-Stunden Berichterstattung im Fernsehbereich gelang: Sie verändern die Medienwelt und werden gleichzeitig ein Teil derselben. Die HuffPo hat gestern mit Betsy Morgan ihren ersten CEO eingestellt. Morgan war früher Spitzenmanagerin bei CBS.
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Drucken | 02.10.2007 10:32
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