Die traditionellen Medienkonzerne suchen derzeit fieberhaft nach Strategien, um auch im Web 2.0 mithalten zu können. Die meisten verfolgen dabei eine Doppelstrategie: Zum einen bereiten sie ihre bestehenden Inhalte neu auf, andererseits kaufen sie bestehende Angebote auf, die sich ausserhalb der Kernkompetenzen traditioneller Medien bewegen. Das «Handelsblatt» (nur im Abo) meint jedoch, die deutschen Medienhäuser hätten es aber bisher noch nicht geschafft, dies mit einer innovativen Vermarktungsstrategie zu verbinden. Eine Studie von Accenture legt jedoch nahe, dass sie den Wandel einfach nicht akzeptieren wollen.
Dass mag wohl vor allem daran liegen, dass «Deutsche Medienmanager bezweifeln, dass sich kurzfristig mit interaktiven Medieninhalten Geld verdienen lässt», wie die «Netzeitung» über die Studie «Global Media Content Survey 2007» von Accenture schreibt. «Generell sei die Skepsis in Deutschland im Blick auf nutzergenerierte Inhalte im Internet deutlich stärker ausgeprägt als im Ausland: Mit 65 Prozent sehen zwei von drei ausländischen Medienmanagern das Web 2.0 als Wachstumsmotor für das eigene Geschäft - in Deutschland teilen gerade einmal 36 Prozent der Befragten diese Meinung.»
Wie die Chinesen: Kopieren statt Innovation
Nikolaus Mohr, Geschäftsführer Communication und Hightech bei Accenture, in der NZ: «Mit [sic!] Web 2.0 ist in den Vereinigten Staaten und England viel weiter verbreitet. Die Deutschen laufen noch etwas hinterher. Ausserdem sind die Deutschen bei solchen Themen eher skeptisch, bis ein richtiges Geschäftsmodell gefunden ist.» Deshalb macht man ja in Deutschland auch lieber den hundertsten Twitter- oder den tausendsten YouTube-Clone auf, statt innovativ Neues zu ersinnen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Quellen: NZ, pte
» Drucken 12.06.2007. 09:03
Renato on 12.06.2007. 10:06
Also Readers Edition (http://www.readers-edition.de) von Netzeitung find ich eine gelungene Web 2.0 Geschichte! Sooo schlecht steht es um die Deutschen auch nicht wieder. =)
gis on 12.06.2007. 10:22
Ich sagte ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt schon ein paar Sachen, die sind wirklich gut.
Norman N on 13.06.2007. 11:09
Guter Beitrag! Die Medienhäuser (Holtzbrinck ist ja bekannt durch diverse Käufe, ebenso Springer und JvM) müssen ja auch Alternativen suchen.
Noch nicht im klaren bin ich mir über die Rolle der Deutschen im Internet: Klar die USA und J liegen vorne: aber aus all den Studien lese ich auch dass die Deutschen in EU am meisten Web2.0 Seiten kennen UND auch nutzen.
Wo liegt die Wahrheit?
gis on 13.06.2007. 11:41
Danke! ;)
Es ist wahrscheinlich schon so, dass die Deutschen in Europa das Web 2.0 am meisten nutzen - aber sie gestalten es woohl nicht an vorderster Front mit.
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