Samuel Zell, US-Immobilien-Tycoon und dank seinem Kauf der Tribune Co. (unter anderem die «L.A. Times», die «Chicago Tribune» und 23 TV-Stationen) seit kurzem auch Möchtegern-Medienmogul, gehört zu jener Sorte Mensch, die es wohl nie lernen (wollen). Anlässlich einer Rede in Stanford sagte er, Zeitungsverlage könnten es sich nicht leisten, dass Online-News-Aggregatoren wie Google News ihre Inhalte kostenlos verbreiten:
«If all of the newspapers in America did not allow Google to steal their content, how profitable would Google be?»
Ehm, die Antwort darauf lautet: «Die Rentabilität von Google würde nicht darunter leiden.» Um es nochmals festzuhalten, Google stiehlt keine Inhalte. Die Aussage macht nur deutlich, wie wenig Ahnung der Mann von der Materie hat - ganz zu schweigen davon, dass die Autoren der «Washington Post» wahrscheinlich von Tuten und Blasen ebensowenig verstehen.
So gesehen hätte der Rückzug aller Zeitungsverlage keinen Einfluss auf den Gewinn von Google. Es hätte jedoch einen gewaltigen Einfluss auf den Verkauf von Werbeflächen durch die Verlage. Google News verweist nämlich den Traffic direkt auf die Seiten der Verlage, was deren Pageviews erhöht.
«If Sam Zell is the future of the newspaper industry then the newspaper industry is dead [...] Frankly, many newspapers deserve to die. If they can't adapt who cares--a new group of publications and communication devices will rise and fill the void.» (The Jason Calacanis Weblog)
» Drucken 09.04.2007. 08:21
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