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Langzeitarchivierung mit MO-Medien

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Digitale Langzeitarchivierung bleibt eine Herausforderung. (stock.xchng)

Über die Problematik der so genannten Obsoleszenz - dem Verschwinden der benötigten Technologie zum Lesen eines Datenträgers, der die gespeicherten Daten nutzlos macht - habe ich im Zusammenhang mit dem Erhalt des audiovisuellen Kulturguts bzw. der analogen Filmtechnik bereits geschrieben. Die Obsoleszenz ist aber nicht nur im Kulturbereich ein Thema. Die Langzeitarchivierung von Daten ist besonders auch in der Banken- und Versicherungsbranche sowie in der Medizin ein Thema. Die dort archivierten Daten stellen einen hohen Wert dar und unterliegen zudem zahlreichen gesetzlichen Anforderungen. Dazu zählen in Deutschland beispielsweise die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen, nach denen steuerlich relevante Unterlagen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren jederzeit verfügbar und unverzüglich lesbar sein müssen. Über solche Zeiträume stellt die Verwendung von wiederbeschreibbaren CDs oder DVDs ein grosses Risiko dar. Die lichtempfindliche Farbschicht der Silberlinge stellt hier das grösste Handicap dar. Aus diesem Grund haben sich in diesem Bereich der Archivierung digitaler Daten bis heute die magneto-optischen Disketten (MO) halten können.

Währdend die MO im privaten Bereich seit einiger Zeit nicht mehr zu finden sind, sind sie im professionellen Bereich noch weit verbreitet. Ihr grösster Vorteil ist die Lebensdauer: Die Sie beträgt über 50 Jahre. Ferner ist ein effektives Defektmanagement möglich, denn ähnlich wie bei Festplatten können schadhafte Sektoren ausgelagert werden. Das macht die MO-Disks attraktiv für Anwendungen, wo Zuverlässigkeit und Sicherheit besonders wichtig sind. Ebenfalls von Vorteil ist auch der Schutz der Datenträger selbst. Im Gegensatz zu gängigen optischen Medien haben MO-Disks eine äussere Hülle, die vor mechanischen Beschädigungen der Medien selbst schützt.

Reines Archivierungsmedium

MO-Disk (Wikipedia)MO-Disketten sind jedoch, wie CDs oder DVDs auch, nicht für den permanenten Systemzugriff geschaffen, sondern sind ein reines Archivierungsmedium. Betriebssysteme wie Windows zum Beispiel beschreiben Teile des Datenträgers bei jedem Systemstart, bei jeder Prüfung oder bei jedem Neueintrag an einzelnen Stellen (Sektoren) immer wieder neu, so dass der Datenträger und sein Dateninhalt zwar langzeitlich erhalten bleibt, aber beispielsweise das Verzeichnis der gespeicherten Daten nicht mehr gelesen werden kann.

Aus diesen Gründen ist nicht damit zu rechnen, dass MO-Medien in absehbarer Zeit der Obsoleszenz anheim fallen werden. Hewlett Packard, Maxell, Sony und Verbatim stellen weiterhin MO-Disketten und/oder -Laufwerke her.

Quellen: wikipedia (Bild), pte

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» Drucken 13.08.2008. 08:46

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