IP-TV, also «Internetfernsehen», befindet sich weltweit auf dem Vormarsch. Einzig Deutschland hinkt dem Trend hinterher. Am «IPTV-Worldforum» in London vom 5. bis 7. März wurde eine Studie der Multimedia Research Group (MRG) präsentiert, die den beachtlichen Zuwachs an IPTV-Anbietern ausweist. Von März 2005 bis Februar 2007 hat sich diese Zahl in Europa von 49 auf 133 fast verdreifacht. Allein in Nordamerika gibt es schon 309 Anbieter. Deutschland kann mit diesen Zahlen noch nicht mithalten. Das deutsche IPTV-Angebot von T-Home hat erst geschätzte 1'000 zahlende Nutzer. Zum Vergleich: Der belgische Anbieter Belgacom Skynet konnte bereits 100'000 Kunden gewinnen. Auch das Angebot der Swisscom nutzten Ende 2006 bereits 10'000 Kunden.

Funktionsweise von IP-TV (Yuxing InfoTech)
Um IPTV zu empfangen, benötigt man einen Decoder, spezielle Software und natürlich eine schnelle Internetverbindung. Die etablierten Rundfunker würden bereits unruhig und suchten nach neuen Konzepten, meint Jean-Charles De Keyser, Chef des belgischen Anbieters Belgacom Skynet. Problematisch ist für herkömmliche Sender jedoch die Copyright-Frage, da sie für die meisten TV-Inhalte beim Erwerb keine Internetrechte ausgehandelt haben. Um diese Sendungen dann auch über Internet ausstrahlen zu dürfen, müssten die Rechte nachverhandelt werden. Doch angesichts der nahezu unendlichen Anzahl an Clips, die im Netz zum Beispiel bei «YouTube» oder «Clipfish» zu finden sind, scheint es fraglich, ob man das Copyright so wie bisher aufrechterhalten kann. «Man kann sich den digitalen Möglichkeiten nicht mit Restriktionen widersetzen, man muss mitmarschieren, ob es einem passt oder nicht», meint Tobias Gerlach vom Filmstudio Bavaria.
» Drucken 21.03.2007. 09:05
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