Holzverarbeitende Industrie

Hier entsteht gerade die Zeitung von morgen. (stock.xchng)
Manchmal werden die Printmedien ironisch als holzverarbeitende Industrie bezeichnet, die sich nur langsam dem Strukturwandel (Internet) anpassen können. Es liegt nun auf der Hand, dass mit der zunehmenden Verlagerung ins Netz der Papierverbrauch sinkt. Gut für die Wälder der Welt - könnte man meinen. Doch dem ist nicht so.
Es ist eine alte Weisheit, dass steigende Rohstoffpreise die Ausbeutung alternativer Vorkommen kosteneffektiver machen, so lohnt sich derzeit z.B. die Gewinnung von Öl aus Teersand wieder. Aber es kann auch umgekehrt kommen: Eine Papiermühle in der kanadischen Provinz Manitoba nimmt kein Papier mehr zum rezyklieren entgegen, weil der Preis für Zeitungspapier derart tief gefallen ist, dass die Herstellung aus Recyclingpapier nicht mehr rentabel ist. Stattdessen werden wieder Bäume gefällt.
Online lesen rettet keine Bäume
Bislang hatte die Papiermühle des Tembec-Konzerns in Pine Falls, Manitoba 100 Tonnen Papier täglich rezykliert. Neu werden pro Jahr 200'000 Bäume mehr gefällt. Interessanterweise macht Tembec die Medien für diesen Schritt verantwortlich. Die Verlagerung ins Internet habe den Preis für Zeitungspapier derart sinken lassen. Online lesen rettet also keine Bäume - genauso wenig wie das vielbeschworene «papierlose Büro».
» Drucken 27.03.2008 11:11
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